Forscher an der Universität Michigan widerlegten einen gängigen Irrglauben: Alkohol fördere den Schlaf. Zwar vertieft ein Rausch anfangs den Schlaf, aber insbesondere Frauen leiden in der zweiten Nachthälfte unter den Folgen: Sie werden häufiger und schneller wach und empfinden den Schlaf insgesamt als weniger erholsam.
Untersucht wurde die Alkoholeinwirkung auf den Schlaf von 93 gesunden Testpersonen Mitte zwanzig, davon 59 Frauen und 34 Männer. Einem Teil der Personen gab man zwischen 20 und 22 Uhr so viel Alkohol, bis sie einem Alkoholpegel von 1 Promille und damit die Grenze zum Rausch erreicht hatten. Einer Kontrollgruppe wurden Placebo-Getränke verabreicht. Der Schlaf der beiden Testgruppen wurde im Schlaflabor in Bezug auf Merkmale wie Herzschlag, Hirnaktivität und Augenbewegungen untersucht. Außerdem wurde am nächsten Morgen mittels Fragebögen erhoben, wie die Personen die Nacht erlebt hatten. Insgesamt war zu beobachten, dass die Gruppe ohne Alkohol einen sehr viel ruhigeren und erholsameren Schlaf fand als die alkoholisierten Personen. Mehr als deutlich war der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Den Frauen machte der „Schlummertrunk“ in der Nacht weit mehr zu schaffen und sie waren am nächsten Morgen sehr müder viel als die Männer.
Die Schlafforscher erklären sich dieses Ergebnis mit der unterschiedlichen Art, wie der Stoffwechsel der beiden Geschlechter Alkohol abbaut.
Eine Zusammenfassung der Studie in englischer Sprache finden Sie unter:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1530-0277.2010.01417.x/abstract
Die Körper von Frauen und Männer bauen Alkohol unterschiedlich ab, auch das Alter spielt eine Rolle. Wie viel Promille erzeugt ein alkoholisches Getränk in Ihrem Körper? Der Promille-Rechner gibt Ihnen Auskunft.