Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
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Alkohol
Alkoholabhängigkeit

Nachsorge

Mit Begleitung in ein neues Leben

Die Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung schafft die Grundlage für ein dauerhaft abstinentes Leben. Dennoch besteht besonders in den ersten Monaten die Gefahr eines Rückfalls, z. B. wenn in Familie oder Partnerschaft Probleme auftauchen oder die erhoffte Rückkehr in den Beruf nicht sofort gelingt. Auch Einsamkeit und Langeweile sind häufige Gründe für den erneuten Griff zum Alkohol. Denn manchmal fällt es nicht leicht, die Zeit, die früher mit Trinken verbracht wurde, mit interessanten und schönen Unternehmungen zu füllen. Häufig sind es aber auch der pure Leichtsinn oder der Wunsch, doch noch maßvoll trinken zu können, die dazu führen, dass die Abstinenz aufgegeben wird.

Sind Sie, ein Angehöriger oder eine Angehörige rückfällig geworden, geht es vor allem darum, nicht aus Scham auf mögliche Hilfe zu verzichten. Sondern vielmehr gilt es, das Selbstvertrauen wieder zu finden, an die Erfolge beim Alkoholverzicht  anzuknüpfen, denn einmal sind Sie den Schritt ja bereits erfolgreich gegangen! Infrage kommen dabei u. a. regelmäßige Gesprächstermine bei Ihrem Arzt bzw. der Fachberatungsstelle oder die Teilnahme an einer ambulanten Psychotherapie.

Selbsthilfe
Sich selbst helfen und andere unterstützen

In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 7000 Selbsthilfegruppen für Abhängige und ihre Angehörigen mit mehr als 120000 Mitgliedern. Die Gruppen kommen meist einmal wöchentlich zu einer zwei- bis dreistündigen Sitzung zusammen. Die Sitzungen sind für neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer jederzeit offen, die Teilnahme ist kostenlos.

Selbsthilfegruppen arbeiten (fast) ohne feste Regeln und Vorschriften. Eine Regel ist jedoch unumstößlich: Was die Gruppenmitglieder an Persönlichem zur Sprache bringen, ist streng vertraulich und darf nicht nach außen getragen werden. Innerhalb der Gruppe sind alle gleichberechtigt und für sich selbst verantwortlich. Jeder ist ein Gewinn für die Gruppe. Es kommt auf Ihre Bereitschaft an, über sich, über persönliche Anliegen und Sorgen zu reden, anderen zuzuhören und von jenen zu lernen, die gleiche oder ähnliche Probleme haben. In den Selbsthilfegruppen lernen Sie oder Ihre Angehörigen Menschen kennen, die es schon geschafft haben und Ihnen dadurch Hoffnung machen können. Sie erkennen, warum Alkohol im Leben eine solche Bedeutung erlangen konnte und wie Sie diesen Zustand ändern können. Oft wird dabei deutlich, dass die Abhängigkeit ein Hinweis auf tiefer liegende Probleme ist, die es zu lösen gilt, um ein zufriedenes und abstinentes Leben führen zu können.

Selbsthilfegruppen wirken. Denn sie praktizieren, was mitentscheidend für die Heilung ist: Sie sprechen mit anderen , hören ihnen zu, tauschen sich aus, besinnen sich, lassen sich Zeit, gehen Beziehungen ein und erleben diese. Häufig verbringen die Gruppenmitglieder über die Gruppenstunden hinaus einen Teil ihrer Freizeit gemeinsam. Bei Aktivitäten wie Wandern, Ausflugsfahrten, Kegeln oder Spieleabenden können Sie lernen, Ihre Freizeit gemeinsam ohne Alkohol zu gestalten. Gerade wenn Ihr Leben bzw. Ihr Umfeld viele Jahre lang durch Alkohol geprägt war, ist dies eine wichtige Hilfe beim Aufbau eines alkoholfreien Lebens.

Selbsthilfe kontra Therapie?

Selbsthilfe und fachliche Hilfe schließen sich gegenseitig nicht aus, sondern ergänzen einander. Selbsthilfegruppen schaffen so die wichtige Möglichkeit, begleitend zu Beratung und Therapie über die eigene Betroffenheit zu sprechen. Der Aufbau eines Kontakts zu einer wohnortnahen Selbsthilfegruppe sollte für Sie deshalb ein fester Bestandteil der Behandlung sein.

Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen

Jede Beratungsstelle informiert Sie gern über Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe. Eien Übersicht von ausgewählten Adressen finden Sie hier.

Hinweis:

»Jede/r hilft sich selbst und hilft dadurch auch den anderen, sich selbst zu helfen« lautet das Prinzip, nach dem Tausende von Selbst­hilfe­gruppen in ganz Deutsch­land arbeiten. Absti­nenz ist dabei das vorrangige Ziel. Absti­nenz ist jedoch nicht Voraus­setzung, um an einer Gruppe teil­nehmen zu können.

Hinweis:

Fast alle Selbst­hilfe­gruppen sind auch für Angehörige offen. Das Sprechen über die eigenen Sorgen und Nöte hilft - auch wenn die Abhängigen selbst (noch) nicht zu Hilfe und Veränderung bereit sind.