Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Schriftgröße
  • Schrift kleiner
  • Schrift größlig;er

Alkohol

Alkoholabhängigkeit

Alkoholprobleme: Hilfe annehmen

Der erste Schritt ist der Wichtigste

Wenn Sie für die Lösung Ihres Alkoholproblems fachliche Hilfe in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie im ersten Schritt mit einer fachkundigen Person Ihre Situation besprechen. Dafür können Sie beispielsweise einen Termin in einer psychosozialen Beratungsstelle vereinbaren. Für viele ist der Besuch beim Hausarzt jedoch sehr viel einfacher. Und er hilft: Ärztliche Beratung und Unterstützung führen oft zu einer deutlichen Senkung des Alkoholkonsums.

Sie sollten Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt gegenüber das Thema Alkohol offen zur Sprache bringen. Beginnen Sie das Gespräch beispielsweise so:

  • »Ich mache mir seit einiger Zeit Gedanken über meinen Alkoholkonsum.«
  • »Ich habe in letzter Zeit sehr viel Alkohol getrunken, und es fällt mir schwer, davon wieder runterzukommen.«
  • »Ich frage mich, ob ich zu viel Alkohol trinke.«
  • »Meine Frau wirft mir vor, ich würde zu viel trinken. Können Sie mir sagen, was zu viel ist?«

Eine körperliche Untersuchung kann klären, ob der Alkohol bereits zu organischen Schäden geführt hat. Erste Hinweise geben eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems, eine einfache neurologische Untersuchung sowie das Abtasten der Leber. Das Blutbild zeigt Veränderungen im Stoffwechsel an, mit denen sich der Körper auf eine ständig überhöhte Alkoholzufuhr einstellt. Ein fehlender körperlicher Befund ist ein gutes Zeichen: Wenn Sie sich jetzt entschließen, deutlich weniger Alkohol zu trinken oder in Zukunft alkoholfrei (abstinent) zu leben, haben Sie keine bleibenden gesundheitlichen Schäden zu befürchten.

Welche weitergehende Unterstützung Ihnen Ihr Arzt vorschlägt, ist von Praxis zu Praxis verschieden. Vielleicht wird Ihnen eine Reihe von Gesprächen als Begleitung während eines ambulanten Entzugs angeboten. Andere Arztpraxen setzen auf die Zusammenarbeit mit Beratungs- und Behandlungseinrichtungen. Hier hat es sich als hilfreich erwiesen, direkt während der Sprechstunde telefonisch einen ersten Termin zu vereinbaren.

Spezialisierte Beratungsstellen

Bundesweit gibt es mehr als 1300 Psychosoziale Beratungsstellen und Suchtberatungsstellen, die sich auf die Beratung und teilweise auch die ambulante Behandlung von Abhängigkeitskranken spezialisiert haben. Ortsansässige Ärzte und Beratungsstellen arbeiten oftmals zusammen, sodass sich ihre Angebote ergänzen. Die Behandlung ist kostenlos. Alkoholabhängigkeit ist medizinisch und sozialrechtlich als Krankheit anerkannt. Wenn eine Ärztin bzw. ein Arzt die Notwendigkeit einer Behandlung bescheinigt, übernimmt die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger, ggf. auch das Sozialamt, die Kosten der Behandlung.

Beratung ist dabei kein einmaliges Gespräch, sondern eine Begleitung auf längere Zeit. Auf Wunsch können Sie bei vielen Alkohol Beratungsstellen anonym bleiben. In den ersten Gesprächen geht es um die Frage, welches Hilfsangebot Ihnen am besten entspricht. Zum anderen soll in dieser Zeit der Punkt erreicht werden, an dem Sie wirklich sagen können: »Ich bin bereit, mich auf eine Behandlung einzulassen, und will versuchen, alkoholfrei zu leben.« Denn egal, wie sehr Abhängige unter dem Zwang leiden, trinken zu müssen: Die Vorstellung, ohne Alkohol zu leben, macht zunächst Angst. Der Besuch einer Selbsthilfegruppe, bzw. das Aufsuchen einer Suchtberatungsstelle kann in diesem Zusammenhang sehr hilfreich sein. Dort trifft man Menschen, die den Schritt aus der Alkoholabhängigkeit gewagt haben und denen es dadurch deutlich besser geht.

Übrigens: Die meisten Selbsthilfegruppen sind auch für die betroffenen Angehörigen von Alkoholabhängigen offen. Das Reden über die eigenen Sorgen und Nöte hilft - auch dann, wenn die oder der Abhängige selbst nicht zu Hilfe und Veränderung bereit ist.

googleplus
twitter