Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
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Alkohol
Schädlicher Konsum

Es gibt Hilfe für Ihre Alkoholprobleme

Sie müssen nur danach fragen

Vielleicht versuchen Sie wie viele andere zunächst, bestehende Alkoholprobleme auf eigene Faust zu lösen. Dafür finden Sie unter Tipps und Alternativen zum Alkoholkonsum und im Trinktagebuch gute Hilfestellungen. Mit der richtigen Motivation und ein wenig Disziplin können Sie  Ihren Alkoholkonsum nachhaltig auf ein gesundes Maß reduzieren. Wenn Ihre Familie oder andere Ihnen nahestehende Menschen Sie dabei unterstützen, wird es Ihnen sicher leichter fallen.

Oftmals klappt es aber mit dem Wunsch nach weniger Alkohol nicht im Alleingang. Dann fällt es Ihnen - anders als bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen - vielleicht sehr schwer, sich Ihr Alkoholproblem einzugestehen. Denn schließlich trinken die meisten Menschen hin und wieder Alkohol und haben im Umgang mit Alkohol scheinbar auch kein Problem.

Sprechen Sie über Ihr Alkoholproblem mit Menschen, zu denen Sie Vertrauen haben. Ein Gespräch entlastet und hilft Ihnen, Abstand zu gewinnen. Es befreit von Schuld- und Schamgefühlen und lässt Sie die Dinge klarer sehen. Vielleicht hat Ihr Gesprächspartner eine ähnliche Situation erlebt und erfolgreich gemeistert und kann Ihnen so neuen Mut geben. In Selbsthilfegruppen treffen Sie Menschen, die genau wie Sie unter Alkoholproblemen leiden. Man hört sich zu und unterstützt sich gegenseitig. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist einer der besten Wege, um dem Alkohol zu entkommen.

Selbsthilfe

Bei der Bewältigung von Alkoholproblemen haben Selbsthilfegruppen eine lange Tradition. Die meisten Gruppen sind für neue Mitglieder offen, und die Teilnahme ist kostenlos. In den Gruppen sind alle gleichberechtigt, alles, was besprochen wird, bleibt selbstverständlich in der Gruppe und wird nicht nach außen getragen.

NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) hilft Ihnen bei der Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe und informiert über die Möglichkeiten, selbst eine solche Gruppe zu gründen. Zur Internetseite der NAKOS gelangen Sie hier.

Der erste Schritt ist der schwerste, aber auch der wichtigste. Wer den Mut findet, ein mögliches Alkoholproblem offen anzusprechen, hat seinen ersten Sieg gegen den Alkohol bereits errungen. Neben Selbsthilfegruppen kommen auch Hausärzte und Fachberatungsstellen als Anlaufstellen in Frage.

Beratung

In den Beratungseinrichtungen verschiedener Hilfsorganisationen und öffentlicher Träger finden Sie verständnisvolle und kompetente Gesprächspartner. Sie werden schnell erkennen, dass Ihr Gegenüber Ihr Alkoholproblem und die daraus resultierende Notlage versteht und Ihre Gefühle nachvollziehen kann. Gemeinsam können Sie mögliche Lösungen diskutieren und weitere Schritte planen. Die Beratung erstreckt sich oft über einen längeren Zeitraum, in dem man sich immer wieder trifft und die Situation bespricht. Beratung bedeutet bei Bedarf auch praktische Unterstützung: Hilfe im Umgang mit Behörden, beim Ausfüllen von Anträgen, Vermittlung in rechtliche Beratung u. a. m. In Deutschland gibt es über 1300 Psychosoziale Beratungsstellen, Sucht- bzw. Drogenberatungsstellen sowie Beratungsstellen für Alkohol- und Medikamentenabhängige. Die Beratung ist kostenlos, und die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht. Wohin Sie sich wenden können, erfahren Sie auch über das Info-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter 0221 892031 .

Wichtig zu wissen: Die verfügbaren Hilfsangebote richten sich nicht nur an Schwerabhängige, sondern helfen jedem, der seinen Alkoholkonsum reduzieren möchte. Wenn Sie sich noch unsicher sind, was Sie tun möchten und welche Hilfe Sie gern in Anspruch nehmen wollen, dann können Sie sich im ersten Schritt anonym an das Info-Telefon der BZgA wenden. Dort erhalten Sie eine persönliche Beratung und erfahren, an welche Hilfs- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe Sie sich wenden können.

Alkoholprobleme - die ärztliche Praxis

Für viele ist es zunächst am einfachsten, mit dem Hausarzt über Ihren Alkoholkonsum zu sprechen. Dabei sollten Sie ihm oder ihr gegenüber das Thema Alkohol offen zur Sprache bringen. Eine körperliche Untersuchung kann klären, ob der Alkohol bereits zu organischen Schäden geführt hat. Erste Hinweise geben eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems, eine einfache neurologische Untersuchung sowie das Abtasten der Leber. Das Blutbild zeigt die Veränderungen im Stoffwechsel an, mit denen sich der Körper auf eine ständig überhöhte Alkoholzufuhr einstellt. Ein fehlender körperlicher Befund ist jedoch kein Grund, alles beim Alten zu lassen. Nutzen Sie es als Ansporn: Wenn Sie sich jetzt entschließen, deutlich weniger Alkohol zu trinken oder in Zukunft alkoholfrei zu leben, haben Sie keine bleibenden gesundheitlichen Schäden zu befürchten.

Welche weitergehende Unterstützung Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin vorschlägt, ist von Praxis zu Praxis verschieden. Vielleicht bietet er Ihnen eine Reihe von Gesprächen an; andere Arztpraxen setzen auf die Zusammenarbeit mit Beratungs- und Behandlungseinrichtungen. In jedem Fall jedoch, werden Sie nicht alleingelassen mit Ihrem Alkoholproblem.

Telefon­seel­sorge

Die Telefon­seel­sorge bietet unter den Nummern
0800 111 0 111 oder
0800 111 0 222
kosten­lose und anonyme Beratung rund um die Uhr und kann Ihnen geeignete Beratungs­stellen nennen.

BZgA-Info-Telefon:

Telefon: 0221 892031
Mo.-Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.-So. 10.00 bis 18.00 Uhr

Sucht und Drogen Hotline

Telefon: 01805 313031
Mo.-So. 0.00 bis 24.00 Uhr
(Kosten­pflichtig - 14 Cent / Min. a. d. Fest­netz; andere Mobil­funk­preise möglich)

NAKOS

Wilmers­dorfer­straße 39
10627 Berlin
Telefon 030 31018964
E-Mail NAKOS@gmx.de
Internet www.nakos.de