Mann mit Brille benutzt Tablet.

Hier bekommen Sie Unterstützung

Ob mit dem BZgA-Infotelefon, der Elternberatung oder der Beratungsstellen-Suche – wir unterstützen Sie bei Ihren Fragen, Sorgen und Problemen rund um das Thema Alkohol.

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Lassen Sie sich helfen!

Es gibt Hilfe für Ihre Alkoholprobleme – Sie müssen nur danach fragen

Sie möchten Ihre Alkoholprobleme zunächst auf eigene Faust lösen? Dann finden Sie unter „Weniger trinken – So geht’s“ und im Trinktagebuch gute Hilfestellungen. Mit der richtigen Motivation und ein wenig Disziplin können Sie Ihren Alkoholkonsum nachhaltig auf ein gesundes Maß reduzieren. Wenn Ihre Familie oder andere Ihnen nahestehende Menschen Sie dabei unterstützen, wird es Ihnen noch leichter fallen.

Manchmal klappt es aber nicht im Alleingang. Dann fällt es Ihnen – anders als bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen – vielleicht sehr schwer, sich Ihr Alkoholproblem einzugestehen. Denn schließlich trinken die meisten Menschen hin und wieder ein Bier oder ein Glas Wein. Viele haben im Umgang mit Alkohol scheinbar auch kein Problem. Warum, fragen Sie sich dann möglicherweise, sollte es bei Ihnen also anders sein?


Sprechen Sie mit einer Vertrauensperson

Wenden Sie sich an Menschen, zu denen Sie Vertrauen haben, und sprechen Sie über Ihr Alkoholproblem. Ein Gespräch entlastet und hilft Ihnen, Abstand zu gewinnen. Es befreit von Schuld- und Schamgefühlen und lässt Sie die Dinge klarer sehen. Vielleicht hat Ihr Gesprächspartner eine ähnliche Situation erlebt und erfolgreich gemeistert und kann Ihnen so neuen Mut geben.


Ein guter Weg: Selbsthilfegruppen

In Selbsthilfegruppen beispielsweise treffen Sie Menschen, die genau wie Sie unter Alkoholproblemen leiden. Man hört sich zu und unterstützt sich gegenseitig. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist einer der besten Wege, dem missbräuchlichen Alkoholkonsum entgegenzutreten.

Bei der Bewältigung von Alkoholproblemen haben Selbsthilfegruppen eine lange Tradition. Die meisten Gruppen sind für neue Mitglieder offen, und die Teilnahme ist kostenlos. In den Gruppen sind alle gleichberechtigt. Alles, was besprochen wird, bleibt selbstverständlich in der Gruppe und wird nicht nach außen getragen.

NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) hilft Ihnen bei der Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe und informiert über die Möglichkeiten, selbst eine solche Gruppe zu gründen.

Der Kontakt zu NAKOS ist auf folgenden Wegen möglich:

Telefon: 030 31 01 89 60
E-Mail: selbsthilfe(at)nakos(dot)de
Webseite: www.nakos.de

Der erste Schritt ist der schwerste, aber auch der wichtigste. Wer den Mut findet, ein mögliches Alkoholproblem offen anzusprechen, hat seinen ersten Sieg gegen den Alkohol bereits errungen. Neben Selbsthilfegruppen kommen auch Hausärzte und Fachberatungsstellen als Anlaufstellen in Frage.

Mehrere Personen sitzen im Kreis, ein Mann spricht.
Photographee.eu / Fotolia.com

Kompetente Beratung

In den Beratungseinrichtungen verschiedener Hilfsorganisationen und öffentlicher Träger finden Sie verständnisvolle und kompetente Gesprächspartner und -partnerinnen. Sie werden schnell erkennen, dass Ihr Gegenüber Ihr Alkoholproblem und die daraus resultierende Notlage versteht und Ihre Gefühle nachvollziehen kann. Gemeinsam können Sie mögliche Lösungen diskutieren und weitere Schritte planen. Die Beratung erstreckt sich oft über einen längeren Zeitraum, in dem man sich immer wieder trifft und die Situation bespricht.

Beratung bedeutet bei Bedarf auch praktische Unterstützung, zum Beispiel Hilfe im Umgang mit Behörden, beim Ausfüllen von Anträgen oder die Vermittlung rechtlicher Beratung. In Deutschland gibt es über 1.300 Psychosoziale Beratungsstellen, Sucht- bzw. Drogenberatungsstellen sowie Beratungsstellen für Alkohol- und Medikamentenabhängige. Die Beratung ist kostenlos, und die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht.

Wohin Sie sich wenden können, erfahren Sie auch über das Info-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter 0221 892031*.
(*Preis entsprechend der Preisliste des Telefonanbieters für Gespräche ins Kölner Ortsnetz)

 

Wichtig zu wissen: Die verfügbaren Hilfsangebote richten sich nicht nur an Schwerabhängige, sondern helfen jedem, der seinen Alkoholkonsum reduzieren möchte. Wenn Sie noch unsicher sind, was Sie tun möchten und welche Hilfe Sie gern in Anspruch nehmen wollen, dann können Sie sich im ersten Schritt ebenfalls anonym an das Info-Telefon der BZgA wenden. Dort erhalten Sie eine persönliche Beratung.

Auch die Telefonseelsorge bietet Ihnen unter den Nummern 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 kostenlose und anonyme Beratung rund um die Uhr und kann Ihnen ebenfalls geeignete Beratungsstellen nennen.

Eine weitere Anlaufstelle ist die Sucht und Drogen Hotline, die Sie rund um die Uhr unter der Telefonnummer 01805 313031* erreichen.
(*Kostenpflichtig - 0,14 €/Min. a.d. Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min. Unterstützt von NEXT ID)


Hilfe in der Hausarztpraxis

Für viele ist es zunächst am einfachsten, mit dem Hausarzt über den Alkoholkonsum zu sprechen. Dabei sollten Sie ihm oder ihr gegenüber das Thema Alkohol offen zur Sprache bringen. Eine körperliche Untersuchung kann klären, ob der Alkohol bereits zu organischen Schäden geführt hat. Erste Hinweise geben eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems, eine einfache neurologische Untersuchung sowie das Abtasten der Leber. Das Blutbild zeigt die Veränderungen im Stoffwechsel an, mit denen sich der Körper auf eine ständig überhöhte Alkoholzufuhr einstellt.

Ein fehlender körperlicher Befund ist jedoch kein Grund, alles beim Alten zu lassen. Nutzen Sie es als Ansporn: Wenn Sie sich jetzt entschließen, deutlich weniger Alkohol zu trinken oder in Zukunft alkoholfrei zu leben, haben Sie keine bleibenden gesundheitlichen Schäden zu befürchten.

Welche weitergehende Unterstützung Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin vorschlägt, ist von Praxis zu Praxis verschieden. Vielleicht bietet er Ihnen eine Reihe von Gesprächen an; andere Arztpraxen setzen auf die Zusammenarbeit mit Beratungs- und Behandlungseinrichtungen. In jedem Fall jedoch werden Sie nicht alleingelassen mit Ihrem Alkoholproblem.