Mann mit Brille benutzt Tablet.

Gefahren und Folgen

Wenn zu viel Alkohol Ihr Leben prägt

Jeder Deutsche trinkt im Schnitt ca. 9,6 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Das entspricht einer Badewanne voll Bier, Wein und Spirituosen. Alkohol ist in unserer Gesellschaft das am weitesten verbreitete Genussmittel, wird aber oft unterschätzt. Denn die Übergänge zwischen dem Genuss alkoholischer Getränke hin zu Alkoholmissbrauch und Sucht sind fließend – das macht den Umgang mit Alkohol so schwierig. Ein guter Anhaltspunkt ist das gesundheitlich unbedenkliche Limit von höchstens einem Standardglas Alkohol pro Tag für eine erwachsene Frau und höchstens zwei Standardgläsern Alkohol pro Tag für einen erwachsenen Mann. An mindestens zwei Tagen pro Woche sollten Sie keinen Alkohol zu sich nehmen.

Alkoholmissbrauch und seine Folgen

Ein Arzt misst den Blutdruck eines Patienten.
Andrey Popov / Fotolia.com

Wird dieses Limit überschritten, können die Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn und nahezu alle anderen Organe drastisch sein. Im Folgenden erfahren Sie, welche Risiken schädlicher bzw. missbräuchlicher Alkoholkonsum mit sich bringt, was Sie Ihrem Körper durch einen langfristig zu hohen Konsum zumuten und wie Sie die ersten Anzeichen einer Alkoholabhängigkeit erkennen.

 

Diese Alkoholschäden riskieren Sie, wenn Sie Alkohol zu oft und in zu großen Mengen konsumieren:

  • Tatsächlich wirkt sich zu viel Alkohol auf viele Bereiche Ihres Körpers negativ aus. Jedoch: In erster Linie nimmt Ihre Leber Schaden. Sie ist für den Abbau des Alkohols verantwortlich und vom übermäßigen Alkoholkonsum besonders stark betroffen. Typische Folgen von Alkoholmissbrauch sind Verfettung und Verhärtung der Leber, was im Endstadium zur Leberzirrhose (Schrumpfleber) führt. Die weibliche Leber baut Alkohol sehr viel schlechter ab und ist deshalb besonders gefährdet.
  • Ihr Gehirn wird durch den Konsum von zu viel Alkohol massiv beschädigt. Schon bei jedem einzelnen Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Bei langfristig zu hohem Alkoholkonsum nehmen zuerst die Gedächtnisleistung und das Konzentrationsvermögen ab. Dann verliert man sein Urteilsvermögen und seine Intelligenz. Permanenter Alkoholmissbrauch führt zu einem völligen geistigen Abbau.
  • Langfristiger Alkoholmissbrauch ist Auslöser für Krebserkrankungen insbesondere der Leber, in Mundhöhle, Rachenraum und Speiseröhre, des Enddarms und der (weiblichen) Brustdrüse.
  • Die Wahrscheinlichkeit für Herzmuskel-Erkrankungen und Bluthochdruck wird durch Alkohol deutlich erhöht.
  • Alkohol ist vielfach der Grund für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis).
  • Alkohol verringert die Potenz und vermindert die sexuelle Erlebnisfähigkeit bei Mann und Frau.
  • Ständiger, zu hoher Alkoholkonsum verändert die Persönlichkeit: Unzuverlässigkeit, Reizbarkeit, Unruhe, übertriebene Eifersucht, vielfältige Ängste, Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken sind die Folgen. Die Diagnose "psychische Verhaltensstörungen durch Alkohol" ist die dritthäufigste in der Krankenhausstatistik. Bei Männern ist sie sogar die häufigste.
  • Zu hoher Alkoholkonsum sorgt nicht zuletzt für Übergewicht und den typischen Bierbauch.

Eine visualisierte Darstellung der möglichen Folgeschäden durch Alkohol liefert Ihnen unsere Bodymap.

Wenn Sie ständig zu viel Alkohol trinken, gefährden Sie Ihre Gesundheit, und das gilt nicht nur für Alkoholabhängige. Wenn Sie aus Gewohnheit häufig zu viel Alkohol trinken, schädigen Sie Ihren Körper und senken Ihre Lebenserwartung drastisch. Schätzungsweise zwischen 42.000 und 74.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland direkt oder indirekt durch Alkohol.

Der Übergang vom Alkoholmissbrauch zur Alkoholabhängigkeit erfolgt schleichend und entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum. Alkoholabhängigkeit kann sehr stark sein und ist entsprechend schwer zu überwinden.

Achten Sie deshalb auf diese Warnsignale:

  • Haben Sie Gedächtnislücken nach durchzechten Nächten?
  • Müssen Sie die Dosis ständig erhöhen, um mit dem Alkohol die gewünschte Wirkung zu erzielen?
  • Haben Sie Einschlafstörungen und verspüren Sie Unruhe, wenn Sie nichts getrunken haben?
  • Geraten Sie mit Angehörigen über Alkohol in Streit?
  • Beginnen Sie, sich für Ihren Alkoholkonsum zu schämen?
  • Lassen Sie im Beruf nach?
  • Vernachlässigen Sie andere Interessen zugunsten des Trinkens?

Hier finden Sie Beratung und Unterstützung

Ob Sie nun aus Gewohnheit Alkohol trinken oder ob Probleme wie Arbeitslosigkeit, Trennung oder finanzielle Schwierigkeiten für Ihr Trinkverhalten verantwortlich sind – Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Wir haben Ihnen viele gute Tipps für den Alltag zusammengestellt, die Ihnen einen Weg aufzeigen können, wie Sie Ihren Alkoholkonsum reduzieren können.

Oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle. Dort erlernen Sie andere, gesündere Formen, mit Alkohol umzugehen, und finden bessere Lösungen für Ihre Probleme als Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit.

BZgA-Info-Telefon:

Tel: 0221 892031

Mo.-Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.-So.   10.00 bis 18.00 Uhr

Das BZgA-Info-Telefon beantwortet Fragen zur Suchtvorbeugung. Bei Alkohol- oder anderen Abhängigkeitsproblemen bietet das BZgA-Telefon eine erste persönliche Beratung mit dem Ziel, Ratsuchende an geeignete lokale Hilfs- und Beratungsangebote zu vermitteln. (Preis entsprechend der Preisliste ihres Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz.)