Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
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Alkohol
Schädlicher Konsum

Wenn zu viel Alkohol Ihr Leben prägt

Alkoholmissbrauch: Schädlicher Alkoholkonsum und seine Folgen

Alkohol ist in unserer Gesellschaft das am weitesten verbreitete Genussmittel. Doch die Übergänge zwischen dem Genuss alkoholischer Getränke hin zu Alkoholmissbrauch und Sucht sind fließend - das macht den Umgang mit Alkohol so schwierig. Ein guter Anhaltspunkt ist das gesundheitlich unbedenkliche Limit von höchstens einem Standardglas Alkohol pro Tag für eine erwachsene Frau und höchstens zwei Standardgläsern Alkohol pro Tag für einen erwachsenen Mann. An mindestens zwei Tagen pro Woche sollten Sie keinen Alkohol zu sich nehmen.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Risiken schädlicher bzw. missbräuchlicher Alkoholkonsum mit sich bringt, was Sie Ihrem Körper durch einen langfristig zu hohen Konsum zumuten und wie Sie die ersten Anzeichen einer Alkoholabhängigkeit erkennen.

Das riskieren Sie, wenn Sie zu oft zu viel Alkohol trinken:

  • In erster Linie nimmt Ihre Leber Schaden. Sie ist für den Abbau des Alkohols verantwortlich und vom übermäßigen Alkoholkonsum besonders stark betroffen. Typische Folgen von Alkoholmissbrauch sind Verfettung und Verhärtung der Leber, was im Endstadium zur Leberzirrhose (Schrumpfleber) führt. Die weibliche Leber baut Alkohol sehr viel schlechter ab und ist deshalb besonders gefährdet.
  • Ihr Gehirn wird durch den Konsum von zu viel Alkohol massiv beschädigt. Schon bei jedem einzelnen Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Bei langfristig zu hohem Alkoholkonsum nehmen zuerst die Gedächtnisleistung und das Konzentrationsvermögen ab. Dann verliert man sein Urteilsvermögen und seine Intelligenz. Permanenter Alkoholmissbrauch führt zu einem völligen geistigen Abbau.
  • Langfristiger Alkoholmissbrauch ist außerdem Auslöser für Krebserkrankungen insbesondere der Leber, in Mundhöhle, Rachenraum und Speiseröhre, des Enddarms und der (weiblichen) Brustdrüse.
  • Die Wahrscheinlichkeit für Herzmuskel-Erkrankungen und Bluthochdruck wird durch Alkohol deutlich erhöht.
  • Alkohol ist vielfach der Grund für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis)
  • Alkohol verringert die Potenz und vermindert die sexuelle Erlebnisfähigkeit bei Mann und Frau.
  • Ständiger, zu hoher Alkoholkonsum verändert die Persönlichkeit: Unzuverlässigkeit, Reizbarkeit, Unruhe, übertriebene Eifersucht, vielfältige Ängste, Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken sind die Folgen.
  • Zu hoher Alkoholkonsum sorgt nicht zuletzt für Übergewicht und den typischen Bierbauch.

Eine visualisierte Darstellung der möglichen Folgeschäden durch Alkohol liefert überdies unsere Bodymap.

Wenn Sie ständig zu viel Alkohol trinken, gefährden Sie Ihre Gesundheit, und das gilt nicht nur für Alkoholabhängige. Wenn Sie aus Gewohnheit häufig zu viel Alkohol trinken, schädigen Sie Ihren Körper und senken Ihre Lebenserwartung drastisch. Schätzungsweise zwischen 42000 und 74000 Menschen sterben jährlich in Deutschland direkt oder indirekt durch Alkohol.

Vom Alkoholmissbrauch zur Alkoholabhängigkeit

Der Übergang vom Alkoholmissbrauch zur Alkoholabhängigkeit erfolgt schleichend und entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum. Alkoholabhängigkeit kann sehr stark sein und ist entsprechend schwer zu überwinden. Achten Sie deshalb auf die Warnsignale! Wer aus reiner Gewohnheit zu viel Alkohol trinkt oder immer wieder versucht, seinen Frust, seine Einsamkeit oder Verzweiflung in Alkohol zu ertränken, ist stark suchtgefährdet.

Alkoholabhängigkeit ist nicht eine Frage der konsumierten Alkoholmenge, sondern der Unfähigkeit, den Alkoholkonsum dauerhaft nach eigenem Willen zu kontrollieren und zu steuern. Es gibt Alkoholabhängige, die zeitweise abstinent leben (»Quartalsäufer«), und solche, die ihren täglichen Konsum zwar kontrollieren können, aber nicht in der Lage sind, auch nur für wenige Tag nichts zu trinken (»Spiegeltrinker«).

Es ist bereits 5 nach 12, wenn Sie …

  • Gedächtnislücken nach durchzechten Nächten haben
  • die Dosis ständig erhöhen müssen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen
  • Einschlafstörungen haben und Unruhe verspüren, wenn Sie nichts getrunken haben
  • Streitereien mit Angehörigen über Alkohol haben
  • beginnen, sich für Ihren Alkoholkonsum zu schämen
  • im Beruf nachlassen
  • andere Interessen zugunsten des Trinkens vernachlässigen.

Ob Sie nun aus Gewohnheit Alkohol trinken oder ob Probleme wie Arbeitslosigkeit, Trennung oder finanzielle Schwierigkeiten für Ihr Trinkverhalten verantwortlich sind - Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Wir haben Ihnen beispielsweise viele gute Tipps für den Alltag zusammengestellt, die Ihnen einen Weg aufzeigen können, wie Sie Ihren Alkoholkonsum reduzieren können.

Oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle. Dort erlernen Sie andere, gesündere Formen, mit Alkohol umzugehen, und finden bessere Lösungen für Ihre Probleme als Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit.

Wie sich Alkoholmissbrauch auf den Körper auswirkt zeigt außerdem unsere Alkohol-Bodymap.

Die BZgA gibt Ihnen unter der Telefonnummer 0221 892031 Auskunft, an welche Beratungsstelle in Ihrer Nähe Sie sich wenden können.