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Zu alt für Alkohol?

Fakt ist: Der Körper verändert sich mit zunehmendem Alter. Aber welche Konsequenzen hat das nun genau für Ihren Alkoholkonsum?

Warum es nie zu spät ist für neue Gewohnheiten

Rund 14.500 Menschen über 60 Jahre mussten 2015 in Deutschland wegen eines akuten Alkoholrauschs im Krankenhaus behandelt werden. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Daten zeigen außerdem: Es sind rund 4.600 Fälle mehr als noch zehn Jahre zuvor. 2005 behandelten die Krankenhäuser 9.900 Über-60-Jährige, die mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert wurden.

Zwar trinken die Deutschen mit steigendem Alter tendenziell immer weniger Alkohol, was vielen von ihnen aber nicht bewusst ist: Sie vertragen auch weniger als früher. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen können die Körperzellen Wasser nicht mehr so gut speichern wie früher. Der Flüssigkeitshaushalt des Körpers sinkt. Das wiederum hat zur Folge, dass dieselbe Menge getrunkenen Alkohols jetzt zu einer höheren Blutalkoholkonzentration führt. Zum anderen arbeitet die Leber mit steigendem Alter langsamer. Der Stoffwechsel wird träger und Alkohol nicht mehr so schnell abgebaut.

Veränderte Empfehlungen ab dem 65. Lebensjahr

Mit steigendem Alter ist es deshalb ratsam, mit Alkohol besonders vorsichtig umzugehen und deutlich weniger Alkohol zu trinken. Zu Grenzwerten für einen risikoarmen Alkoholkonsum älterer Menschen äußern sich Experten zum Teil nur ungern. Nicht so das amerikanische National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA). Es empfiehlt den Über-65-Jährigen, nicht mehr als 10 Gramm reinen Alkohol täglich zu sich zu nehmen. So viel steckt beispielsweise in einem kleinen Glas Bier (0,25 Liter) oder Wein (0,1 Liter).

Für jüngere Menschen liegt die empfohlene Grenze für Frauen bei 12 Gramm reinen Alkohols pro Tag und für Männer bei 24 Gramm.

Diese Fakten hat längst nicht jeder im Blick. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der Männer über 60 und immerhin noch fünf bis zehn Prozent der Frauen über 60 so viel Alkohol konsumieren, dass er ihrer Gesundheit schadet.

Vorsicht mit der Kombination von Alkohol und Medikamenten

Übrigens kann abgesehen von der Menge auch die Kombination von Alkohol und Medikamenten schädlich für die Gesundheit sein. Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen und Erbrechen sind nur einige der möglichen Nebenwirkungen. Außerdem kann es sein, dass der Alkohol die Wirkung eines Medikaments verringert bzw. ganz aufhebt oder auch unkontrollierbar verstärkt. Im schlimmsten Fall ist die Kombination von Alkohol und Medikamenten sogar lebensbedrohlich.

Viele sagen sich jetzt möglicherweise: "Aber in dem Alter ändert man doch seine Trinkgewohnheiten nicht mehr." Gegenfrage: Warum denn nicht? Ältere Menschen können ihre Gewohnheiten genauso verändern wie jüngere Generationen. Und es lohnt sich: Studien zeigen eindeutig, dass der Verzicht oder die Reduktion von Alkohol nachweislich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit hat, auch und besonders im Alter. 

Auf unseren Seiten Für Ältere finden Sie viele weitere Informationen rund um den Alkoholkonsum ab 65. Mit dabei sind auch Inhalte für Fachkräfte und Ehrenamtliche, die sich um Senioren kümmern, sowie für Menschen, die sich Gedanken um den Alkoholkonsum eines älteren Angehörigen machen.