Mann mit Brille benutzt Tablet.

Abhängigkeit im Alter

Wenn sich alles um den Alkohol dreht

Steigendes Alter schützt niemanden davor, alkoholabhängig zu werden. Allerdings trinken ältere Menschen mit Alkoholproblemen tendenziell anders als junge, nämlich weniger exzessiv und mit weniger ausufernden Rauschzuständen. Betroffene jenseits der 60 konsumieren Alkohol eher über den Tag verteilt. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) konsumieren etwa zehn bis 20 Prozent der Männer über 60 Jahre Alkohol so, dass es sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Bei den Frauen sind es immerhin noch fünf bis zehn Prozent der über 60-Jährigen. Außerdem geht die DHS davon aus, dass etwa zwei bis drei Prozent der über 60-jährigen Männer und 0,5 bis ein Prozent der über 60-jährigen Frauen in Deutschland alkoholabhängig sind. Sie alle riskieren, dass sich körperliche Beschwerden des Alterns erhöhen und sich ihre Lebenszeit verkürzt.

Schleichend in die Abhängigkeit

älterer Mann mit Schnapsgläsern an einem Tresen
Bild: iStock / Terry J Alcorn

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist langsam und über viele Jahre hinweg. Das kann in jungen Jahren genauso passieren wie im Alter. Wer trinkt, um körperliche Beschwerden zu lindern oder negative Gefühle wie Trauer, Einsamkeit, Langeweile und Angst besser ertragen zu können, ist gefährdet. Und egal, wann oder warum jemand abhängig wird, die Anzeichen für eine krankhafte Alkoholsucht sind in der Regel klar zu erkennen. Ein sehr deutliches Zeichen ist es, wenn sich das Leben zunehmend um die Droge Alkohol dreht. Ohne Alkohol funktioniert nach und nach scheinbar immer weniger. Alkohol zu trinken ist das Wichtigste, andere Interessen werden vernachlässigt. Ein Leben ohne Alkohol ist kaum mehr vorstellbar.

Wer alkoholabhängig ist – egal welchen Alters – plant die Tage so, dass er oder sie Alkohol trinken kann. Ein klarer Hinweis auf eine Alkoholabhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger oder gar nichts mehr zu trinken. Haben Alkoholabhängige einmal damit begonnen zu trinken, fällt es ihnen sehr schwer aufzuhören.

Hier finden Sie Hilfe

Sie sehen die Anzeichen einer Abhängigkeit bei sich? Haben Sie Mut, etwas zu verändern. Veränderung ist keine Frage des Alters und es gibt viele Möglichkeiten, dabei Unterstützung zu bekommen. Sie können sich beispielsweise an eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe wenden. Die Beratung dort ist kostenlos und anonym. Gemeinsam mit den Beraterinnen und Beratern überlegen Sie, welcher Weg für Sie der beste ist, um der Abhängigkeit zu begegnen. Alternativ können Sie auch Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin ansprechen. Oder Sie nutzen das Infotelefon der BZgA und sprechen dort – ebenfalls anonym und kostenfrei – mit unseren Experten.

Lesen Sie hier mehr über das Thema Abhängigkeit und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.