Mann mit Brille benutzt Tablet.

„Nein" wird zum wichtigen Wort

"Was ist denn los mit dir"?

Seien wir mal ehrlich: In einer geselligen Runde ist es nicht immer einfach, das angebotene Glas Alkohol abzulehnen. Zu groß ist die Angst, als Spaßbremse oder Spielverderber dazustehen. Wer ein alkoholisches Getränk ablehnt, muss sich dann oft Sätze anhören wie „Jetzt stell dich nicht so an“ oder „Was ist denn los mit dir?“.

Und schon müssen wir uns erklären und rechtfertigen. Das ist anstrengend. Kein Wunder also, dass es schwerfällt „Nein“ zu sagen. Aber warum ist das eigentlich so: Warum müssen wir uns rechtfertigen, wenn wir Alkohol ablehnen?

Wochen-Aufgabe 2: Muss ich das begründen?

Beim Ablehnen von Alkohol mal ganz bewusst keine Begründung mitliefern. Was passiert? Wird nachgefragt? Muss man sich rechtfertigen oder wird das akzeptiert?

Wer trinkt gilt als gesellig. Und wer nicht trinkt?

Mann lehnt Schnaps ab.
Bild: GeorgeRudy / iStock

Alkohol gehört zu unserer Gesellschaft wie die Musik zum Tanzen. Unsere Sprache, unsere Geschichte, unsere Kultur bestätigen, dass Alkohol seit Jahrtausenden Teil unseres Lebens ist. Alkohol bringt Menschen zusammen: beim Feiern, Vorglühen, Einen trinken gehen, Runden schmeißen oder beim Absacken. 

Wer trinkt, ist also gesellig. Und wer nicht trinkt? Der macht sich verdächtig.

Frauen wird gerne eine Schwangerschaft unterstellt und Männern ein Alkoholproblem nachgesagt. Ein Getränk abzulehnen gilt somit als Affront gegen das soziale Miteinander. 

Aber glücklicherweise ändern sich die Zeiten. Seit 1990 ist hierzulande der jährliche Alkoholkonsum pro Kopf um ca. 3 Liter auf 9,6 Liter gesunken. Zwar zählt Deutschland damit im weltweiten Vergleich immer noch zu den Spitzenreitern, doch es macht sich ein Trend bemerkbar: mehr Gesundheit, weniger Alkohol.

Vor allem während der Fastenzeit wollen immer mehr Menschen auf Alkohol verzichten, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Jahr 2017 zeigt. 

Über diese positive Entwicklung können sich alle freuen, die hin und wieder „Nein“ zu Alkohol sagen. Denn das „Nein“ wird leichter akzeptiert und man steht nicht mehr so oft alleine mit einem alkoholfreien Getränk da. 

Nein sagen. Nicht immer einfach – oder doch?

Wenn Sie das nächste Mal in geselliger Runde Alkohol ablehnen, bleiben Sie einfach selbstbewusst. „Nein“ sagen, kann man trainieren. Am besten ist es, wenn man ehrlich und direkt antwortet, zum Beispiel so:

  • "Nein, lass mal. Ich nehme eine Apfelschorle.“ Oder:
  • "Danke, ich setze ein paar Runden aus.“ 

Solche direkten Antworten wirken fast immer. Sollte es aber weitere Fragen geben, helfen diese Antworten: 

  • "Danke, ich habe auch so meinen Spaß. Mach dir keine Sorgen.“
  • "Warum ist es dir so wichtig, dass ich etwas Alkoholisches trinke?“ 

Bleiben Sie dabei möglichst entspannt und gelassen, das wirkt souverän und selbstbestimmt. Das Ablehnen von Alkohol ist eine Sache der Übung. Je häufiger man es macht, umso leichter und selbstverständlicher wird es.