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So trinkt Deutschland

Zahlen und Fakten rund um den Alkoholkonsum in der Bundesrepublik

Haben Sie in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken? Gut 76 Prozent der 18- bis 64-jährigen Männer und knapp 70 Prozent der Frauen in der gleichen Altersgruppe antworteten 2015 auf diese Frage mit Ja. Das ist ein deutlicher Rückgang: Im Jahr 2000 traf das noch auf fast 90 Prozent der Männer und etwa 83 Prozent der Frauen zu.

Auch die täglichen Alkoholmengen, die Menschen in Deutschland zu sich nehmen, sind weniger geworden. Bei den Männern waren es im Jahr 2000 noch durchschnittlich knapp 22 Gramm Reinalkohol pro Tag, bei den Frauen knapp 10 Gramm. Im Jahr 2015 tranken die Männer nur noch 16 Gramm täglich und die Frauen 8,5 Gramm. 

Der Alkoholkonsum bei uns sinkt also seit Jahren. Trotzdem ist Deutschland nach wie vor ein sogenanntes Hochkonsumland. 2015 trank jeder ab 15 Jahren im Durchschnitt 10,7 Liter reinen Alkohols. Das entspricht etwa einer Badewanne voller alkoholischer Getränke. Der Durchschnitt aller OECD-Länder betrug pro Kopf nur 9,2 Liter.

 

Dementsprechend viele alkoholische Getränke kaufen die Menschen in Deutschland: 2016 waren es 99 Millionen Hektoliter, 80 Prozent davon Bier. Ein Hektoliter entspricht 100 Litern. Im selben Jahr gab die Industrie 557 Millionen Euro für Alkohol-Werbung in Zeitungen und Zeitschriften, in Radio und TV sowie auf Plakaten aus.

Riskanter versus risikoarmer Alkoholkonsum

Knapp 85 Prozent der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland – also die deutliche Mehrheit – gaben 2015 an, Alkohol höchstens in risikoarmen Mengen zu trinken. Von risikoarmem Konsum sprechen wir dann, wenn Frauen nicht mehr als ein Standardglas (10-12 Gramm Reinalkohol) und Männer nicht mehr als zwei Standardgläser Alkohol am Tag zu sich nehmen.

Allerdings trinken viele trotz der bekannten Risiken für die Gesundheit mehr Alkohol, als empfohlen wird: Ein Viertel der 18- bis 64-Jährigen gab 2015 an, dass er oder sie im letzten Monat bei mindestens einer Trinkgelegenheit fünf oder mehr Gläser Alkohol konsumiert hat. Und etwa 15 Prozent der Bevölkerung in diesem Alter trinken regelmäßig gesundheitlich riskante Alkoholmengen. Bei den Frauen trifft das auf gut 13 Prozent zu, bei den Männern sogar auf 17 Prozent.

 

Folgen von zu hohem Alkoholkonsum

Der hohe Alkoholkonsum hat Folgen – für uns alle. Einer aktuellen Untersuchung zufolge kostet schädlicher Alkoholkonsum die Gesellschaft jedes Jahr knapp 40 Milliarden Euro. Diese Summe setzt sich zusammen aus direkten und indirekten Kosten. Zu den direkten Kosten gehören beispielsweise Behandlungs- und Rehakosten bei alkoholbedingten Krankheiten und Unfällen. Fehlzeiten bei der Arbeit und Frühverrentung verursachen indirekte Kosten, etwa aufgrund von Produktivitätsverlusten.

Viele Krankheiten entstehen durch chronischen Alkoholkonsum. Die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ war 2017 der zweithäufigste Behandlungsgrund in deutschen Krankenhäusern.

Besonders am Steuer ist Alkohol gefährlich: Mehr als 13.000 Menschen wurden 2015 in Deutschland bei sogenannten Alkoholunfällen verletzt. Jeder 14. Verkehrstote, so das Statistische Bundesamt, starb an den Folgen eines Unfalls, bei dem Alkohol am Steuer eine Rolle spielte.