6 Wochen ohne waren ein Anfang

von Carolin 30.04.2018

Meine Alkoholfastenzeit liegt nun ein paar Wochen hinter mir. Was bleibt, sind die Erkenntnisse, neue Gewohnheiten und sogar ein besseres Lebensgefühl.

Umrisse einer Frau, die mit Luftballons einen Strand entlangläuft.
Bild: anyaberkut / iStock

Während der ganzen Fastenzeit ist mir immer wieder bewusst geworden, wie selbstverständlich Alkohol für mich dazugehört hat. Manchmal fand ich das frustrierend. Vor allem wenn ich Menschen gesehen habe, für die Alkohol einfach kein Thema ist und auch noch nie so wirklich relevant war. Dann habe ich mich schon gefragt, ob mein Konsum bedenklich gewesen ist und diese Menschen insgeheim sehr bewundert.

Auf der anderen Seite habe ich auch einige Personen um mich herum, für die Alkohol ein noch wichtigerer Teil des Lebens ist als bei mir. Vor allem, weil sie in einer anderen Lebensphase sind, mehr Party machen und Ausgehen. Dagegen schien mein Konsumverhalten dann fast schon bieder.

Nach der Zeit ohne Alkohol habe ich nun ganz bewusst beschlossen, den „Carolin-Weg“ zu finden. Einen eigenen Umgang mit Alkohol, mit dem ich mich gut und wohl fühle. Ich habe mich dazu entschieden, mit meinem Verhältnis zu Alkohol Frieden zu schließen. 

Das bedeutet für mich: 

·      Alkohol verbiete ich mir weiterhin nicht, doch meine neu geschaffene Regel von höchstens 2 Abenden mit alkoholischen Getränken pro Woche, ist fest etabliert. Daran rüttele ich nicht.

·      Nach wie vor brauche ich ein paar Routinen, die mir dabei helfen. Immer noch bestelle ich im Restaurant als erstes mein Getränk und zwar ein alkoholfreies. Irgendwann werde ich das nicht mehr benötigen, da bin ich mir sicher. Aber noch bleibe ich dabei.

Mein Leben ohne Alkohol bzw. mit wenig Alkohol fühlt sich heute genau richtig an. Es ist befreiend für mich, dass ich nun zum Beispiel ganz sicher weiß, dass ich morgens fit und wach(er) bin, weil ich am Abend zuvor nicht - benebelt vom Alkohol - viel zu spät im Bett war.

Ein bisschen ist es so, als hätte ich mich genau nach diesem gesünderen Selbst schon länger gesehnt. Allerdings habe ich das vor der Fastenzeit gar nicht mit Alkohol oder Alkoholverzicht in Verbindung gebracht. Ein fitteres und gesünderes Leben, war für mich vielleicht unbewusst mit  spießig oder langweilig gleichgesetzt.  

Meine Erfahrung mit dem Alkoholfasten hat mir zum Glück gezeigt, dass ich der gleiche lustige (je nach dem, wen man fragt ;)) Mensch bleibe. Auch ohne Alkohol! Mein Leben hat an keiner Stelle gelitten. Für mich hat es sich also gelohnt. 

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