Alkohol, du freches Gewohnheitstier

von Carolin 19.03.2018

In den fünf Wochen ohne Alkohol habe ich immer wieder festgestellt, wie sehr ich das Trinken im Alltag gewohnt bin. Der Rotwein im Restaurant, der Sekt zum Sonntagsbrunch oder das Bier am Abend mit Freunden. 

Flauschiges Monster schaut mit großen Augen hinter etwas hervor.
Bild: bertos / iStock

 

Alkohol, dieses freche Gewohnheitstier, versteckte sich in ziemlich vielen Gelegenheiten und kam immer wieder passend um die Ecke, um gestreichelt und genährt zu werden. Diese Routinen waren genau das, was mich zu Beginn des Alkoholverzichts nachdenklich gemacht hat und von denen ich mich nicht mehr unbewusst beherrschen lassen wollte.

Sich zu entscheiden, Gewohnheiten zu ändern, die dem eigenen Leben nicht mehr förderlich sind, geht schnell. Doch diese Gewohnheiten dann tatsächlich in neue und gesündere zu transformieren, bedarf einer Menge geistiger Vorarbeit und mentaler Stärke in der Umsetzung.

Um Gewohnheiten zu ändern, gehe ich meist wie folgt vor- so auch dieses Mal beim Alkoholverzicht:

Ich denke mich dazu immer in die künftigen, brenzligen Situationen, in denen ich versucht sein könnte Alkohol zu trinken, ein. Dabei male ich mir genau aus, wie, wo und mit wem diese Situationen entstehen könnten und in welchem Moment ich Alkohol trinken würde. Das Ganze notiere ich mir schriftlich.

Wenn ich diese Situationen gesammelt habe, notiere ich mir, wie ich künftig stattdessen reagieren will:

Welche Ersatzhandlung könnte ich durchführen, anstatt der Griff zum Bier beim gemütlichen Freunde-Abend? Bei mir ist es, dass ich mir anstatt dessen gleich ein Glas Mineralwasser eingieße und so etwas in der Hand habe. Und im Restaurant bin ich mittlerweile die Erste, die ihr alkoholfreies Getränk ordert. So komme ich gar nicht erst in Versuchung, mich doch anders zu entscheiden, wenn ich die Wahl meiner Freunde höre.

Und ich frage mich, welche Einstellung unterstützt mich dabei, in diesen Situationen auf Alkohol zu verzichten? Ich rufe mir beispielsweise vor Augen, dass ich mich für einen gesünderen Weg entscheide und mich auf frische Morgen freue.

Diese Vorgehensweise hat für mich wirklich gut funktioniert. Natürlich haben mich manche Situationen weiterhin grübeln und innerlich schwanken lassen. Zum Alkohol gegriffen habe ich trotzdem nicht.

Ich habe mir, wie ich finde, bereits recht lange bewiesen, dass ich es kann. Zwei weitere Wochen ohne Bier, Wein und Sekt liegen vor mir und ehrlich gesagt, machen sie mir keine Angst. Ich fühle mich stark, weil ich schon einige Zeit erfolgreich den Versuchungen widerstanden habe. Das motiviert mich, dranzubleiben.

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