Aus und vorbei! Und viel gelernt.

von Ben 28.03.2018

Kaum zu glauben aber es ist geschafft und ganze sieben Wochen sind bereits rum. Das heißt, sieben Wochen komplett auf Alkohol verzichten und siehe da: es ist vollbracht!

Zwei Papierschnipsel mit der Aufschrift "Start" und "Ziel"., dazwischen ein roter Faden.
Bild: Eskemar / iStock

Denke ich an die ersten Tage zurück, stelle ich fest, dass ich ein ganzes Stück weit gekommen bin. Denn auch wenn es den ein oder anderen reuevollen Griff zum Drink gab, mir gefällt das hart erarbeitete Lebensgefühl außerordentlich gut. Und auch der Geldbeutel freut sich, selbst wenn es in puncto Getränkevielfalt am Abend doch zu sehr langweiligen Momenten gekommen ist. Am Ende ist die Qualität und der Spaß eines Abends mit Freunden, aber nur sehr marginal an der Spritzigkeit oder dem besonderen Etwas im Glas oder der Flasche zu messen. In diesem Sinne also: so what? Wenn man sich dadurch ein angenehmes Körpergefühl verschaffen kann, ist der kleine Abstrich gern in Kauf genommen.

Seit einigen Tagen ist es aber auch der bereits angesprochene Perspektivwechsel, der mich gut hat durchalten lassen. Herr über meine Entscheidungen zu sein, auch wenn sie im ersten Moment an einen Zwang erinnern, fühlt sich ebenfalls unheimlich gut an. Man muss nicht immer das tun, was alle anderen tun. Schon gar nicht, wenn es einem nach „etwas zu viel“ wirklich nicht gut geht. Dass ein bewusstes Verzichten auf bestimmte Dinge auch sehr befreiend sein kann, ist eine Lektion, die ich stolz in der Brusttasche mitnehme.

Sprichwörtlich ernüchtert bin ich lediglich, dass es keine wirklich drastischen Veränderungen nach sich gezogen hat. Zwar habe ich schon fast damit gerechnet, dass es zu keiner Wunderheilung kommt, doch beispielsweise hätte ich noch gerne das ein oder andere Kilo abgenommen. Schließlich hört man so oft von rapiden Gewichtsverlusten, wenn man doch bloß mal die Finger vom Bier lassen würde. 3,5kg sind zwar eine schöne Sache, aber a bisserl mehr, wie man hier in Bayern sagt, hätte es schon sein dürfen.

In Zukunft will ich auf das ein oder andere Feierabend-Bier aber definitiv nicht verzichten wollen. Doch eines habe ich in diesen sieben Wochen gelernt: nämlich dass der gelegentliche Verzicht oder das rigorose Einschränken alles andere als schwer ist. Und in der Tat hat mir das Fasten geholfen, eine andere Sicht auf die Dinge und vor allem den unachtsamen Konsum zu geben. So will ich nicht nur was den Alkohol angeht, sondern auch bei Lebensmitteln oder einem Snack auf die Hand, künftig genau abwägen, ob das jetzt nötig ist, oder einfach nur der Versuch, sich von irgendwas abzulenken oder die Langeweile zu bekämpfen.

Wirklich gut, und ich kann es nicht oft genug erwähnen, ist aber tatsächlich dieses Gefühl, abends unterwegs gewesen zu sein, aber am nächsten Morgen trotzdem einen klaren Kopf zu haben. Gerade in meinem Beruf als Musik- und Event-Redakteur fressen sich lange Abende inklusive Absacker geradezu in die Woche hinein und bestimmen meine Produktivität. Allein, dass ich hier in der letzten Zeit einige klare Wochen erleben konnte, war eine fantastische Erfahrung.

Mein Fazit aus sieben Wochen Alkohol-Fasten heißt also: es geht auch ohne, und wenn nicht, dann in richtig dosierten Maßen! Ich hoffe es hat sich eine gesunde Routine etabliert, die in Zukunft für mehr Wohlbefinden sorgen wird.

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