Erfrischend anders

von Dorothée 07.04.2017

Eine junge Frau bringt in einer Kneipe einen Geburtstagskuchen mit brennenden Kerzen herein.
Bild: AzmanL / iStock

Da stand ich nun mit meinem selbstgebrauten Ginger Root Beer auf einem 40. Geburtstag in einer Berliner Kneipe. Weniger sexy geht nicht. Könnte man meinen, hat sich aber überraschenderweise gar nicht so angefühlt.

Denn zum einen war das Brau-Experiment geglückt: Die Wasserkefirkulturen hatten die Zuckermelasse und den Fruchtzucker der Trockenfrüchte bilderbuchartig verstoffwechselt und die Zitronen und der Ingwer hatten intensive Aromen abgegeben. Auf Eis abgeseiert, mit Mineralwasser aufgegossen, mit einer Scheibe Limette verfeinert und final mit Strohhalm plus Schirmchen garniert, war es definitiv der einzigartigste Drink des Abends! Und hat meinen alkoholentwöhnten Gaumen höchst erfreut.

Zum anderen habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass ich bei weitem nicht die einzige bin, die aktuell auf Alkohol verzichtet. In der ganz bunt gemischten Geburtstagsgesellschaft waren sicher noch sieben weitere Gäste, die während der Fastenzeit ganz bewusst auf Alkohol verzichten. Und so fachsimpelten wir über alkoholfreie Alternativgetränke, Motivation, Verzichtsmomente und Achtsamkeit. Stets begleitet von ein wenig Stolz und Zufriedenheit über das eigene Durchhaltevermögen.

Fasten als Einstieg in den Umstieg?

Wobei es sich für mich immer weniger nach Verzicht und Entsagung anfühlt. Ich meine identifiziert zu haben, dass es auch weniger der Wein oder der Crémant selbst ist, der mir abgeht, sondern ein fest damit verknüpftes Gefühl, von dem die Vorfreude auf selbiges den größten Anteil ausmacht. Vielleicht lässt sich das ersetzen? Ersetzen durch Belohnungs- und Entspannungsalternativen, deren Glanz im Moment des Genusses auch weniger schnell verpufft. Und vor allem keinen Hangover hinterlässt. Denn das genieße ich schon sehr – den Folgetag in bester Laune und Verfassung aktiv zu gestalten.

Es bleiben noch 9 Tage...

1 Kommentar

Ingo, am 17.04.2017 um 20:49

Angenehm zu lesen. Mir geht es ähnlich, daß ich das fitte und frische Gefühl "am Tag danach" so schätze! Dafür bin ich sehr dankbar. Ingo

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