Fernsehabend ohne Alkohol

von Carolin 09.03.2018

Ich muss zugeben, das Winterwetter und die Krankheitswellen um mich herum haben mich in den letzten Tagen vor herausfordernden Situationen mit bzw. ohne Alkohol bewahrt.

 

Freundinnen auf der Couch. Schauen zusammen Fernsehen.
Bild: bowie15 / iStock

Die Aufgabe, mich bewusst in Situationen zu begeben, die ich generell mit Alkohol verbinde und vielleicht vermieden habe, gestaltete sich deshalb ganz anders als gedacht. Denn Fieberanfälle und Erkältungen durchkreuzten meine Bar- und Konzertpläne. Glück im Unglück, wenn man so will.

Nach gefühlter Ewigkeit mit Schnupfen, Hals- oder Gliederschmerzen wurde deshalb ein recht normaler Abend zur ungeahnten Herausforderung für mich: zwei gute Freundinnen hatten sich angekündigt zum Quatschen und Fernsehen.

Zunächst freute ich mich sehr, denn es ist eine alte Tradition, die wir wieder aufleben lassen wollten. Wir wollten unsere gemeinsame Lieblings-Casting-Show sehen, quatschen, Süßes und Knabberzeug schnabulieren und – hoppla – auch den einen oder anderen Sekt oder Weißwein schlürfen.

Als ich das realisierte, sank meine Laune direkt um einige Punkte. Ich überlegte deswegen abzusagen und verfluchte innerlich das Alkoholfasten-Projekt. Meine Freundinnen wissen zwar inzwischen alle von meinem Fasten, doch auf einmal war ich maulig und konnte mir nicht vorstellen, dass der Abend genauso nett werden würde, wie die anderen Male als ich mitgetrunken hatte. Dabei hatte ich doch während meiner Schwangerschaft genau solche Abende auch schon gehabt und total genossen. Also war absagen keine Option, dachte ich. Das wäre feige und unsinnig

Meine Freundinnen kamen wie vereinbart und ich kniff nicht. Sie tranken natürlich Weißwein, den ich zumindest am Anfang recht sehnsüchtig anstarrte. Im Laufe des Abends merkte ich aber, wie ich zunehmend stolzer auf meine Disziplin wurde. Und mit jedem weiteren Glas, das meine Freundinnen tranken, freute ich mich für mich, dass ich ganz klar und mein Geist wach war und dass ich auch am nächsten Morgen fit sein würde. Etwas, was ich sonst selten bedenke.

Und ohne Alkohol merkte ich schneller, dass ich müde wurde. So konnte ich diesmal rechtzeitig und deutlich sagen, wann der Abend für mich zu Ende war und meine Freundinnen verabschieden. Für sie war das auch in Ordnung und ich denke, sie haben meine Gesellschaft trotzdem genossen. Denn hey, auch ohne Alkohol bin ich witzig und kann Spaß haben. Der Abend war noch einmal der Beweis für mich.

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