Gewohnheiten überwinden. Schon geschafft?

von Ben 21.03.2018

„Es gibt keinen besseren Freund als eine gute Gewohnheit und keinen zäheren Feind als eine schlechte.“, lautete ein Artikel aus der Zeit, den ich vor kurzem gelesen habe und er könnte nicht wahrer sein. Diese Rituale und Gewohnheiten, die wir uns entweder mühsam antrainiert haben oder die uns einfach durch äußere Einflüsse eingeprägt wurden, lassen sich nur schwer abwimmeln. Zum Guten, wie zum Schlechten.

Mann rollt Stein einen Hügel hoch.
Bild: Nastco / iStock

 

Unsere kleine Fastenaktion zählt definitiv zu den guten Vorsätzen, denn auch wenn ein Abend mit Freunden durch die Zufuhr von drei, vier oder auch mal entschieden mehr Bier (schließlich verbringt man teilweise den Abend und die Nacht auf der Piste) immer witzig ist, viel hängen bleibt oft nicht. Außer das böse schwere Kätzchen am Morgen.

Die ersten zwei, drei Wochen der Aktion waren härter als gedacht, mit ihnen gab es aber auch einen gewissen Ehrgeiz. Nichtsdestotrotz ist allein der Gedanke an den Verzicht, also das aktive Verzichten, genau das, was einem den Spaß verdirbt. Denn natürlich habe ich auch so schon mehrere Tage und auch Wochen ohne Alkoholkonsum verbracht. Doch sobald ein Vorsatz bzw. ein aktives Umdenken mitspielt, wird es gleichwohl schwerer. Ärgerlich, oder? Und doch arbeitet man an einer neuen Routine. Verzicht als Routine quasi und die Verhaltensmuster, die zu weniger oder gar keinem Alkohol führen haben sich in den letzten Tagen, trotz des einen oder anderen Moments des Einknickens, ein Stück weit etabliert.

So schaue ich nicht mehr sofort nach dem Bierangebot auf der Speisekarte oder Tafel, sondern nehme das Angebot als Ganzes wahr. Auch der obligatorische Gang zur Bar, sobald ich bei einer Konzert-Location eintreffe, wird nun vielmehr durch meine Begleitung in Gang gesetzt, als wie früher von mir. Und genauso wie es eine schlechte Angewohnheit von mir ist, beim Zusammensein mit Freunden ein Bier für selbstverständlich zu halten, so war es auch schon immer eine gute Angewohnheit von mir, daheim in den eigenen vier Wänden komplett auf Alkohol zu verzichten.

Und so spielt auch der Punkt aus meinem letzten Beitrag wohl eine große Rolle. Nämlich, dass das aktive Verzichten ein Stück weit die Wiedererlangung meiner Handlungsfähigkeit ist. Ich bin nach sechs Wochen also nicht zwingend disziplinierter geworden, sondern halte mich bewusst von Versuchungen fern. Zumindest ein ganzes Stück mehr als vorher und habe eine bewusste Sicht nicht nur auf den Alkoholkonsum erlangt, sondern auf Ernährung an sich, indem ich nicht nur mich, sondern auch mein Umfeld einfach mal bewusster in Augenschein genommen habe.

Die letzte Woche steht bevor und ich bin gespannt, was ich noch lernen werde. Es läuft jedenfalls immer besser und der Kopf am nächsten Morgen sagt immer noch: danke!

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