Nix Cuba, nur Libre!

von Johannes 28.03.2017

Ein Mann im Anzug fährt mit dem Fahrrad durch die Stadt.
Bild: TommL / iStock

Es ist bemerkenswert festzustellen, wie sehr ich über die Jahre Alkohol als Fixum in meinem körpereigenen Belohnungssystem etabliert habe. Ein Beispiel: Donnerstagnachmittag hatte ich eine Präsentation zu halten, wegen der ich recht aufgeregt war. Die Veranstaltung endete kurz nach sechs, und wie ich so durch Berlin-Mitte nach Hause schlenderte, hätte ich gut ein bis drei Pils in irgendeiner Eckkneipe trinken können. Gegen den Stress. Zum Runterkommen. Zur Entspannung. Als Belohnung. Bla bla bla.

Ähnliches am Tag darauf: Um 17.30 Uhr raus aus dem Büro und rauf auf’s Rad. Endlich Wochenende! Und die Kollegen ihre TGIF-Biere in der Cafeteria schön alleine trinken lassen. Aber mir ist das schon aufgefallen auf dem Heimweg: Dass ich denke, dieses gute "Thank God it’s Friday"-Gefühl würde noch besser werden, würde ich etwas trinken. Was natürlich Blödsinn ist, weil: Es ist ja bereits da, das gute Gefühl. 100 Prozent. Das heißt, es würde gar nicht mehr oder besser werden, sondern nur anders.

"Mir geht es gut"

Später am Abend Pizza essen – schmeckt auch mit alkoholfreiem Chinotto. Und danach noch kurz beim Geburtstagsumtrunk bei einem Freund vorbeischauen. Alle sitzen so um den Tisch, Prosecco-Flaschen werden geöffnet, Weißwein nachgeschenkt. Jemand bringt eine Flasche teuren Rum mit. Ich mach mir eine Cola auf Eis. "Was trinkst du denn da?", werde ich gefragt, "Cuba Libre?"  Nee, nix Cuba, nur Libre. ;-)

Am anderen Morgen schreibt G.: "Könnte sein, dass es dir heute besser geht. Mann, Mann." Und ja, mir geht es gut! Ich fange langsam an, das wirklich zu genießen. Kein Kater, keine Reue, kein schlechtes Gewissen. Stattdessen: gute Laune, Bock, mich zu bewegen, Lust auf grüne Smoothies und gesundes Essen. Am Montag fit in die Arbeitswoche starten. Fast ist es wie ein Rausch. Eigentlich fehlt mir nichts.

1 Kommentar

Sören, am 20.04.2017 um 21:45

Genauso ging es mir auch, nach anfänglichen Zweifeln bevor die ersten Feiern starteten war es sehr positiv die Tage danach gut gelaunt und motiviert nutzen zu können. Am we Sport treiben und nach 7 Stunden Schlaf fit zu sein. Sonst eher 10 bis 12 Stunden Schlaf und dennoch erschöpft. Außerdem super Montags fit in die Arbeitswoche zu starten. Man ist effektiver und schafft im allgemeinen mehr.

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