Ein Hoch auf unsere Nieren!

von Dorothée 07.03.2017

Ein alkoholfreier Cocktail mit Ingwer und Zitrone
Bild: bhofack2 / iStock

Nun ist die erste Woche der Fastenzeit geschafft! Wobei es sich für mich bis hierher gar nicht sooo herausfordernd angefühlt hat.

Das mag daran liegen, dass ich mit einem leichten "Kater" in die Fastenzeit geschlittert bin. Für den Vortag hatte sich eine selten gesehene Freundin aus Wien angekündigt und unsere gemeinsame Qualitätszeit verbrachten wir bei einem wunderbaren Abendessen. Dazu durften dann zwei (naja, vielleicht drei) Gläser Wein nicht fehlen. Oh je, und das habe ich am kommenden Tag zu spüren bekommen. Müdigkeit, Durst und Kopfweh machten sich breit. Auswirkungen, die in engem Zusammenhang mit dem Effekt stehen, den Alkohol auf die Nieren hat.

Die Nieren – Ausscheidungs- und Entgiftungsorgan

Dass die Leber unter Alkohol leidet, hören wir öfter. Die Nieren werden von diesem Zellgift aber mindestens genauso belastet. Am Donnerstag ist Welt-Nieren-Tag – bester Anlass, um mal genauer hinzuschauen, was dieses Organ in unserem Körper leistet.

Jeden Tag fließen ca. 1.500 Liter Blut durch die Nieren und werden dort gereinigt. Dabei geht es darum, das Blut von schädlichen Substanzen zu befreien und über den Urin zur Ausscheidung zu bringen. Trinken wir Alkohol, wird genau diese Funktion gestört. Denn der Alkohol hemmt die Ausscheidung der Harnsäure. Harnsäure aber ist ein Stoff, der unbedingt ausgeschieden werden muss. Andernfalls schadet er dem Körper.

Mineralstoff- und Wasserhaushalt regulieren

Die Niere hat aber nicht nur eine ausscheidende Funktion, sondern entscheidet auch darüber, was dem Körper wieder zugeführt wird. Die für den Körper lebensnotwendigen Mineralstoffe und vor allem der Großteil des im Blut gelösten Wassers werden dem Körper bei der Filtration wieder zurückgeführt. Die Niere ist also maßgeblich an unserer Mineralstoff- und Wasserregulation beteiligt.

Alkohol aber erhöht den Harndrang. Was wir in Form diverser Toilettengängen zu spüren bekommen. Die Nieren müssen also auf Hochtouren laufen, um dem Körper lebenswichtige Mineralstoffe und Wasser zurückzuführen. Im besten Fall belastet das die Nieren nur, im schlechteren Fall ist ihnen ein vollständiger Ausgleich nicht möglich. Der Körper dehydriert. Meist betrifft das zu allererst die empfindlichen Schleimhäute und auch der "Brummschädel" am nächsten Tag ist im Grunde nichts anderes als die spürbare Dehydration.

Darüber hinaus produziert die Niere wichtige Hormone und überführt Vitamin D in seine aktive Form. Auf dieser Funktionsebene nimmt die Niere Einfluss auf unseren Blutdruck, auf unsere Blutbildung sowie unsere Knochendichte. Ist die Niere damit beschäftigt, die Wirkungen des Alkohols auszubalancieren, bleibt ihr nicht mehr viel Energie, um diesen Aufgaben nachzukommen.

Ingwer statt Alkohol im Cocktail

Es lohnt sich also, unseren Nieren zu schmeicheln. Auch dazu hatte ich in der vergangenen Woche trotz verführerischer After-Work-Stimmung in einer sehr netten Bar Gelegenheit: mit einem wunderbaren "Ginger Passion". Ein alkoholfreier Cocktail auf Grundlage von Ginger Beer. Köstlich! Auf dem Heimweg machte sich ein Glückgefühl breit. Klar, ich war stolz, dass mir die vermeintlich verführerische Situation nichts anhaben konnte. Aber das nachhaltigere Glücksgefühl beruhte auf der Gewissheit, dass sich mein Körper ganz ohne Beeinträchtigung dem widmen konnte, was nun laut Organuhr der traditionellen chinesischen Medizin für ihn anstand: Reinigung und Regeneration!

Ein Hoch auf die Nieren – mit einer guten Tasse stimulierenden Brennnesseltee! ;-)

3 Kommentare

Steffi, am 07.03.2017 um 14:30

Danke für diesen Artikel! Die sofortigen Auswirkungen von Alkoholkonsum verdränge ich viel zu gern - du hast sie mir sehr bewusst gemacht. Da bekomme ich direkt Lust auf einen frisch gepressten Orangensaft...

Anja, am 07.03.2017 um 22:08

Aber wirklich, ein Hoch auf die Nieren! Sehr spannender Einblick in das, was wirklich im Körper passiert. Bzw. was NICHT passiert, wenn man Alkohol trinkt. Guter Tipp mit dem Ginger Beer!

Yeter, am 09.03.2017 um 12:06

Ein sehr interessanter Einblick. Wow. Das meine Nieren Hochleistungsmaschinen sind, war mir nicht bewusst. "Ginger Passion" Drink klingt nach einer leckeren Alternative für lange Nächte. Den ich jetzt auch gern hätte.

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