Weg von den alltäglichen Suchtmitteln

von Mirko 01.03.2017

Eine Luftschlange liegt auf dem Asphalt inmitten von Konfetti.
Bild: trendobjects / iStock

Jetzt ist es wieder mal soweit. Karneval vorbei. Fastenzeit.

Wie jedes Jahr habe ich mir vorgenommen nach den Zeiten der Fülle – Weihnachten, Jahreswechsel und Karneval – wieder etwas kürzer zu treten. Das heißt, dass ich viele Dinge, die ich in den letzten Monaten etwas zu ausgiebig konsumiert habe, ganz weglasse oder zumindest stark reduziere. Konkret bedeutet das, dass ich bis Ostern auf Alkohol (komplett) und Kaffee (max. 1 Tasse am Tag) verzichten werde.

Süßigkeiten habe ich natürlich auch auf der Liste. Hier bin ich aber nicht ganz so streng zu mir. Ansonsten überstehe ich – mangels Nervennahrung – die Tage im Büro oder in den vielen Meetings nicht unbeschadet. Auf Folgendes habe ich mich mit meinem Körper geeinigt: Der ganzen Schleckerkram, wie Weingummi, bunte Tüten, Kamellen etc., kommt weg. Kuchen, Eis oder ein Riegel Schokolade sind aber erlaubt, allerdings nur maximal 1 Mal pro Tag.

Kein echtes Fasten?

Manche mögen jetzt denken: Was ist das den für ein Sparfaster? Dazu musste ich mir schon manchen dummen Spruch anhören, z. B. dass das kein echtes Fasten ist. Denn beim "echten" Fasten gibt es ja nur Suppe, Säfte, Wasser und Tee etc. Danke für diese motivierenden Hinweise. Davon habe ich natürlich auch schon gehört. Diese Art von Fasten habe ich ebenfalls probiert. Das ist mir aber überhaupt nicht bekommen. Mein normaler Alltag geht weiter und ich muss mich auch weiterhin um meinen Job und die Familie kümmern.

Die obere Kombination hat für mich einfach nicht gepasst. Das so schön beschriebene Glücksgefühl und die frei werdende Energie stellten sich bei mir nie ein. Eher das Gegenteil war der Fall. Aber hey, jeder Jeck ist anders. Die etwas abgespeckte Version dagegen kann ich sehr gut in meinen Alltag integrieren – allen Kritikern zum Trotz.

Kinder reagieren irritiert auf Betrunkene

Warum ich das Ganze mache, obwohl ich kein übermäßiger Trinker, Kaffee- oder Süßigkeiten-Konsument bin? Tja, zum einen habe ich festgestellt, dass es mir einfach gut bekommt, zum anderen, dass unsere Kinder Alkoholkonsum generell sehr genau verfolgen. Auf betrunkene Menschen reagieren Kinder sehr irritiert und es ist zumindest bei uns jedes Mal ein Gesprächsthema ("Hast Du gesehen, Papa? Der/die X war ja voll betrunken."). Durch die Fastenzeit kann ich zeigen, dass es auch ohne Alkohol geht und genauso viel Spaß macht – jedenfalls meistens.

Und natürlich weil ich sehen will, ob ich es schaffe auf unsere alttäglichen Suchtmittel für eine Weile zu verzichten. Dann noch etwas mehr Obst und Gemüse und mehr Sport…

Ich werde Euch berichten wie gut mein Versuch funktioniert.

3 Kommentare

Andreas, am 28.02.2017 um 10:31

Ich habe mir auch schon seit Jahren vorgenommen, in der Fastenaktion bewusster auf bestimmte Lebensmittel und auf Alkohol zu verzichten. Es ist ja (leider) so, dass man in geselliger Runde während der Fastenzeit eher auf Verständnis stößt, wenn man Alkohol ablehnt, als während des übrigen Jahres. Das macht es dann auch etwas leichter, die Fastenzeit erfolgreich mitzumachen.

@Mirko: Gutes Gelingen! Ich bin auch gespannt, wie konsequent ich es durchhalte.

Silke, am 01.03.2017 um 12:51

Krankheitsbedingt (Grippe) bin ich nun schon 7 Tage ohne Alkohol, obwohl ich erst am 01.03. anfangen wollte, diesbezüglich zu fasten. Noch habe ich keinen Bedarf und bin jetzt schon total motiviert, weil ich es bis hierher schon geschafft habe. Nur einmal hatte ich Lust auf ein Glas Wein, hatte mich dann anderweitig beschäftigt und die Lust ging weg. Das Beste, mein Mann macht mit und hat ebenso viele Tage wie ich bereits geschafft. So will keiner vor dem anderen aufgeben, wobei wir oft vergessen, das da noch was war...also voll entspannt, einfach Verhaltensänderung... alte Gewohnheiten ändern, was nicht leicht ist. Denn es ist doch nun mal schön, am Abend nach einem anstrengenden Tag bei einem Glas Rotwein "runter zu kommen", Sport ect. ist ja trotzdem integriert in unserem Alltag. Ich/Wir sind gespannt...

Oliver, am 12.03.2017 um 09:35

Für mich und ein paar meiner Freunde beginnt die Fastenzeit schon seit ein paar Jahren am 01. Januar und wir verzichten für zwei bis drei Monate komplett auf Alkohol. Dieses Jahr habe ich in den beiden ersten Monaten des Jahres auch auf Zucker verzichtet und weniger Kaffee (2 Tassen) getrunken. Es tut gut und auch in der Zeit danach habe ich viel weniger Lust überhaupt Alkohol zu trinken. Letztes Jahr habe ich bestimmt an weniger als 20 Tagen Alkohol getrunken. Wenn man nichts trinkt, fällt einem erst auf, wieviel in seinem Umkreis getrunken wird und wie oft man aufgefordert wird mitzutrinken.

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