Für die Alkoholentwöhnung gibt es ebenfalls ambulante und stationäre Therapieangebote. Idealerweise schließt sich eine Entwöhnungstherapie direkt an die Entgiftung an; meist vergeht jedoch zwischen Entzugsbehandlung und Therapiebeginn einige Zeit. Diese sollte man am besten mit dem Besuch von Selbsthilfegruppen und Motivationsgruppen in Beratungseinrichtungen überbrücken.
Ambulante Therapien werden vor allem von psychosozialen Beratungs- und Behandlungseinrichtungen angeboten. Sie dauern meist zwischen 12 und 18 Monaten. Dabei finden ein- bis zweimal wöchentlich in der Behandlungsstelle therapeutische Gruppen- oder Einzelgespräche statt. Wichtig ist, dass Sie Vertrauen zu Ihrer Therapeutin bzw. zum Therapeuten haben. Wenn das nicht so ist, sinken die Aussichten auf Behandlungserfolg deutlich. In diesem Fall sollten Sie sich nach anderen Hilfeangeboten erkundigen.
Während einer ambulanten Therapie können Sie Ihr gewohntes Leben weiterführen: zu Hause wohnen, bei Ihrer Familie sein und weiterhin zur Arbeit gehen. Zu bedenken ist aber, dass eine solche Therapie viel Kraft kostet. Wer seine Alkoholabhängigkeit überwinden möchte, stellt viele Fragen neu: über die Gründe seiner Alkoholabhängigkeit, seine Lebenssituation und vieles mehr. Zugleich gilt es, die Nüchternheit aufrechtzuerhalten. Wer all das neben seinem normalen Tagesablauf leisten möchte, braucht in der Regel einen festen Wohnsitz, Unterstützung durch Familienangehörige oder andere ihm nahestehende Menschen sowie eine intakte Arbeitssituation. Sind die Lebensumstände eher instabil und ist es in der gewohnten Umgebung nicht möglich, über längere Zeit nüchtern zu bleiben, ist eine stationäre Behandlung zu empfehlen.
Die Anschriften ambulanter Therapieangebote nennen Ihnen beispielsweise das Info-Telefon der BZgA, die Sucht- und Drogen-Hotline und die DHS. Im Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. »buss« und im Fachverband Sucht e. V. ist die Mehrzahl der Fachkliniken für Abhängigkeitserkrankungen organisiert. Beide Verbände informieren über die Angebote einzelner Kliniken.
Die stationäre Entwöhnungstherapie in einer Fachklinik bietet einen geschützten Rahmen, in dem sich Alkoholabhängige ganz auf die Überwindung ihrer Krankheit konzentrieren können. Das Verlassen des gewohnten, oft durch Alkohol geprägten Umfeldes erleichtert den Heilungsprozess bei Alkoholabhängigkeit. Im Mittelpunkt der stationären Behandlung stehen therapeutische Einzel- und Gruppengespräche, die durch weitere Angebote ergänzt werden. Die Therapiedauer ist unterschiedlich: Kurzzeittherapien sind auf sechs bis acht Wochen, Langzeittherapien auf zwölf bis 16 Wochen angelegt. Manche Kliniken haben sich spezialisiert. Es gibt Kliniken, die Mütter mit ihren kleinen Kindern aufnehmen; andere stehen nur Frauen oder nur Männern offen. Viele Kliniken bieten ergänzende Angebote für spezielle Patientengruppen.
Unabhängig von der Behandlungsdauer lässt sich ein ungefährer Ablauf skizzieren:
In Deutschland gibt es weit über 100 Fachkliniken für Alkoholabhängige mit insgesamt rund 10000 Plätzen. Welche Klinik für Sie infrage kommt, erfahren Sie im Rahmen einer Beratung durch die Fachberatungsstellen. Auch Arztpraxen, Krankenhäuser, Krankenkassen und Rentenversicherungsträger können Hinweise geben.
Einen Überblick über das stationäre Suchthilfeangebot zur Alkoholentwöhnung geben:
Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. »buss«
Wilhelmshöher Allee 273
34131 Kassel
Telefon: 0561 779351
www.suchthilfe.de
Fachverband Sucht e. V.
Walramstraße 3
53175 Bonn
Telefon: 0228 261555
www.sucht.de
Telefon: 0221 892031
Mo.-Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.-So. 10.00 bis 18.00 Uhr
Telefon: 01805 313031
Mo.-So. 0.00 bis 24.00 Uhr
(Kostenpflichtig - 14 Cent / Min. a. d. Festnetz; andere Mobilfunkpreise möglich)
Informationen des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. »buss« und des Fachverbands Sucht e. V. finden Sie unter www.suchthilfe.de und www.sucht.de
Eine Mischform aus stationärer und ambulanter Therapie ist die teilstationäre Behandlung in Tageskliniken, von denen es gegenwärtig in Deutschland allerdings erst wenige gibt. Die Patientinnen und Patienten verbringen den Tag in der Klinik und kehren am Abend in ihre Wohnung zurück.