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4 Alkohol-Mythen zum Thema Schwangerschaft

Es gibt Mythen, die sterben nie aus - leider. So auch solche zum Thema Schwangerschaft und Alkohol. Was ist wirklich dran an diesen Mythen?

Mindestens jede siebte Schwangere trinkt einmal im Monat Alkohol. Manche von ihnen auch häufiger. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite gibt es Schätzungen, die besagen, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Folgeschäden zur Welt kommen. Beide Zahlen hängen zusammen. Denn der Alkoholkonsum der Mutter hat direkten Einfluss auf die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes. Wir wollen deshalb den Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September nutzen, um mit einigen Mythen aufzuräumen, die sich um das Thema „Alkohol in der Schwangerschaft“ ranken.

Mythos 1: Ein Gläschen Alkohol während der Schwangerschaft wird schon nicht schaden.

Das gern herangezogene „Gläschen in Ehren“ gibt es nicht, wenn Sie schwanger sind. Schon kleine Mengen Alkohol können schwerwiegende Folgen für die Entwicklung Ihres Kindes haben. Deshalb gelten die üblichen Grenzwerte für risikoarmen Konsum in dieser Zeit nicht. Jedes Glas Alkohol ist zu viel. Denn während der Schwangerschaft sind Mutter und Kind über die Nabelschnur und die Plazenta verbunden. Der Alkohol erreicht dadurch genauso schnell den Blutkreislauf des Kindes wie den der Mutter. Nur kann das ungeborene Kind den Alkohol längst nicht so schnell abbauen wie Sie, da seine Organe noch nicht voll entwickelt sind. Der schädliche Alkohol zirkuliert deshalb deutlich länger im Blutkreislauf des Kindes als in dem der Mutter.

Was aber, wenn Sie noch gar nicht wussten, dass Sie schwanger sind und in der ersten Zeit Alkohol getrunken haben? Viele Frauen befürchten, dass sie damit dem Kind geschadet haben könnten. Die Sorge ist in der Regel unbegründet, denn die Natur verfährt in den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung nach dem sogenannten Alles-oder-Nichts-Prinzip. Ist eine Eizelle in diesem frühen Stadium schwer geschädigt, teilt sie sich nicht weiter und wird meist unbemerkt vom Körper wieder abgestoßen. Ist die Eizelle gesund, nistet sie sich etwa 10 bis 14 Tage nach der Befruchtung in der Gebärmutter ein. Ab jetzt wird der Embryo über den Blutkreislauf der Mutter mit Nährstoffen versorgt. Falls Sie sich Sorgen machen, weil Sie erst später von Ihrer Schwangerschaft erfahren haben, sprechen Sie darüber offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Mythos 2: Alkohol schadet doch nur in der Spätschwangerschaft.

Alkohol ist in jeder Phase der Schwangerschaft ein Gesundheitsrisiko für das ungeborene Kind. Welche Auswirkungen der Alkohol aber genau hat, unterscheidet sich je nach Entwicklungsphase. Zusammengefasst lässt sich sagen: In der Frühphase der Schwangerschaft verursacht Alkohol in der Regel schwerwiegende körperliche Schäden. Alkoholkonsum im späteren Verlauf der Schwangerschaft kann zu Wachstumsstörungen, nervösen Auffälligkeiten und geistigen Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Im schlimmsten Fall leiden Kinder unter dem sogenannten „Fetalen Alkoholsyndrom“ (FAS) und das möglicherweise ihr ganzes Leben. Kinder mit FAS können beispielsweise mit körperlichen Missbildungen oder geistigen Entwicklungsstörungen zur Welt kommen.

Mythos 3: Es kommt darauf an, was man trinkt.

Ob Sie Bier, Schnaps, Wein oder einen Cocktail trinken, macht keinen Unterschied. Jede Art von Alkohol schadet Ihrem ungeborenen Kind. Zwar haben die Getränke jeweils einen unterschiedlichen Alkoholgehalt. Doch mit jedem Standardglas nehmen Sie die gleiche Menge reinen Alkohols, nämlich 10 bis 11 Gramm, zu sich. 0,1 Liter Wein hat damit die gleiche Wirkung wie ein kleines Bier (0,25 Liter) oder ein Glas Schnaps (4 Zentiliter).

Mythos 4: Sekt regt in der Stillzeit die Milchproduktion an.

Das Gegenteil dieses weitverbreiteten Mythos ist der Fall. Untersuchungen zeigen, dass Alkoholkonsum den Milchfluss eindämmen kann. Darüber hinaus steigt nicht nur der Alkoholgehalt in Ihrem Blutkreislauf, sondern auch in der Muttermilch. Und da sich nicht immer voraussagen lässt, wann Ihr Kind das nächste Mal gestillt werden will, sollten sie nicht darauf setzen, dass der Alkohol in Ihrem Blut bis dahin bestimmt wieder abgebaut ist. Besser Sie verzichten auch während der Stillzeit noch ganz auf Alkohol.

Zum Thema "Alkohol in der Schwangerschaft" bieten wir Ihnen auf unserer Website noch zahlreiche weitere  Informationen – und das nicht nur für Schwangere, sondern auch für werdende Väter. All diese Informationen können Sie außerdem gesammelt in einer Broschüre herunterladen. Kleiner Tipp: Im gleichen Bereich finden Sie außerdem Rezepte für leckere Drinks ganz ohne Alkohol.