Wie ist es um den Alkoholkonsum in Deutschland bestellt? Wie hoch ist der Pro-Kopf-Verbrauch? Und welche Auswirkungen hat das auf Gesundheit und Gesellschaft? Wir haben Zahlen, Daten und Fakten für Sie zusammengestellt.
Der Alkoholkonsum in Deutschland sinkt seit rund 40 Jahren kontinuierlich. Dennoch gehört Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin zu den Hochkonsumländern.
Die gute Nachricht vorweg: Die Statistiken zeigen, dass der Alkoholkonsum in Deutschland seit rund 40 Jahren langsam, aber stetig gesunken ist.
Durchschnittlicher Alkoholkonsum in Deutschland (reiner Alkohol pro Kopf, ab 15 Jahren):
Menschen in Deutschland tranken zuletzt also rund 4,5 Liter weniger im Vergleich zu 1980.
Trotz dieser positiven Entwicklung ist Deutschland im internationalen Vergleich ein Hochkonsumland. Europa ist der WHO zufolge weltweit die Region mit dem höchsten Alkoholkonsum. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland laut Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt Deutschland mit Blick auf den Pro-Kopf-Konsum unter den 27 EU-Ländern auf Platz 9.
Die Menschen in Deutschland tranken im Jahr 2024 nach Herstellerangaben pro Person:
Im selben Jahr gab die Industrie 465 Millionen Euro für Alkohol-Werbung in Zeitungen und Zeitschriften, in Radio und TV sowie auf Plakaten aus.
Eine Befragung der erwachsenen Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren im Jahr 2024 zeigt:
Hohe Trinkmengen sind eine besonders riskante Konsumform, denn bei einem Rausch steigt die Gefahr, der Gesundheit zu schaden, um ein Vielfaches.

Eine Studie des Robert Koch-Instituts von 2019/2020 zeigt folgenden Alkoholkonsum nach Konsumstufen auf:

Bewusst auf Alkohol zu verzichten, liegt im Trend – auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dass Feiern ohne Alkohol unter ihnen heute deutlich beliebter ist als noch vor 20 Jahren, zeigen Studien des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG):
Und junge Menschen beginnen immer später mit dem Konsum: Das erste Glas Alkohol tranken die 12- bis 25-Jährigen in der Befragung von 2023 im Schnitt mit 15,1 Jahren, das ist ein Jahr später als in der Befragung von 2004.
Auch die Zahl der jungen Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, hat sich verringert:
Trotz deutlich sinkenden Werten: Sowohl bei Jugendlichen als auch bei jungen Erwachsenen ist bereits der Konsum einmal in der Woche, besonders aber das Rauschtrinken, mit deutlichen Gesundheitsrisiken verbunden. Insgesamt liegt der Alkoholkonsum bei den jungen Menschen in Deutschland weiterhin auf einem relativ hohen Niveau.
Viele Krankheiten entstehen durch chronischen Alkoholkonsum:
Besonders im Straßenverkehr ist Alkohol gefährlich: 2024 gab es 14.787 Unfälle mit Personenschaden, bei denen alkoholisierte Personen beteiligt waren. 198 Menschen starben an den Folgen eines Unfalls, bei dem Alkohol am Steuer eine Rolle spielte.
Der hohe Alkoholkonsum in Deutschland hat Folgen für alle Menschen. Einer Schätzung zufolge kostet schädlicher Alkoholkonsum die Gesellschaft jedes Jahr knapp 57 Milliarden Euro. Diese Summe setzt sich zusammen aus direkten und indirekten Kosten. Zu den direkten Kosten gehören beispielsweise Behandlungs- und Rehakosten bei alkoholbedingten Krankheiten und Unfällen. Faktoren wie Fehlzeiten bei der Arbeit und Frühverrentung verursachen indirekte Kosten, etwa aufgrund von Produktivitätsverlusten.