Mann mit Brille benutzt Tablet.

Verursacht Alkohol Krebs?

Bild: iStock / man_at_mouse

Ja, es steht fest: Bereits geringe Mengen Alkohol erhöhen das Risiko für Krebserkrankungen. Wie viel ist zu viel?

Das Risiko steigt, je mehr und je länger man trinkt

Dass Rauchen Krebs erzeugen kann, ist den meisten von uns bekannt. Anders sieht es hinsichtlich des Zusammenhangs von Alkohol und Krebs aus: Wir wissen zwar, dass zu viel Alkohol nicht gut für unsere Gesundheit ist und der Leber schaden kann, aber an Krebs denken die wenigsten von uns. 

Immerhin sind weltweit rund 5 Prozent aller Krebserkrankungen auf Alkoholkonsum zurückzuführen und etwa 6 Prozent aller Krebstodesfälle stehen mit Alkohol in Verbindung. Was bisher nur als Vermutung galt, haben Wissenschaftler nun in aktuellen Studien eindeutig belegt: Alkoholkonsum erhöht das Krebsrisiko.

Die Analysen haben gezeigt, dass einige Krebsarten häufiger bei Personen auftreten, die regelmäßig Alkohol trinken. Ob man nun Bier, Wein oder Spirituosen trinkt, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Fakt ist: Alkohol kann ein Auslöser für Krebs sein. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt, je mehr und je länger man trinkt.

Wer im Limit bleibt, ist weniger gefährdet

Natürlich bekommen nicht alle Menschen, die Alkohol trinken, automatisch auch Krebs. Vor allem wenn der Alkoholkonsum im Limit bleibt.

Das heißt im Klartext:

Frauen sollten nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol bzw. ein Standardglas pro Tag konsumieren. Für Männer gilt: nicht mehr als 24 Gramm reinen Alkohol pro Tag. Das sind maximal zwei Standardgläser. Männer wie Frauen sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol verzichten. 

Unter einem Standardglas versteht man beispielsweise ein kleines Glas Bier (0,25 Liter). Es enthält bei einem Alkoholgehalt von ca. 4,8 Vol.-% ungefähr 10 Gramm reinen Alkohol. Ein Glas Sekt (0,1 Liter) mit einem Alkoholgehalt von 11 Vol.-% enthält etwa 9 Gramm reinen Alkohol, ein achtel Glas Wein (0,125 Liter) mit einem Alkoholgehalt von 11 Vol.-% etwa 11 Gramm.

Die angegebene Obergrenze stellt dabei keinesfalls eine Empfehlung dar, wöchentlich diese Menge Alkohol zu konsumieren. Weniger ist in diesem Fall immer mehr.

Wie viel ist zu viel?

Wer sich nicht an diese Obergrenzen hält, erhöht das Risiko an Krebs zu erkranken. Dabei kann Alkohol für folgende Krebsarten ursächlich sein:

  • Darmkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Leberkrebs
  • Krebs des Mundrachenraums
  • Kehlkopfkrebs
  • Bauchspeicherdrüsenkrebs
  • Prostatakrebs (nur bei Männern)
  • Brustkrebs (nur bei Frauen)

Vor allem der obere Verdauungstrakt ist gefährdet. Hierzu zählen neben der Mundhöhle auch Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre. Der tägliche Konsum von 50 Gramm Reinalkohol – das entspricht etwa 1,5 Liter Bier oder 0,5 Liter Wein – erhöht das Krebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache.

Das Brustkrebsrisiko bei Frauen steigt bereits ab einem täglichen Glas Wein mit 0,2 Litern erheblich an. Und bei zwei, drei und mehr Drinks pro Tag steigert sich das Risiko sogar um 10, 20 bzw. 40 Prozent.

Dauerhaft hoher Alkoholkonsum ist auch eine der Hauptursachen für Leberkrebs. Bei einem Konsum von mehr als 80 Gramm Alkohol (etwa 2 Liter Bier) pro Tag nimmt das Leberkrebsrisiko um das Vier¬ bis Siebenfache zu. Wobei Frauen ein deutlich höheres alkoholbedingtes Leberkrebsrisiko haben als Männer. 

Ein erhöhtes Risiko für Krebs des Dick- und Enddarms beginnt bei vier Gläsern pro Tag. Im Vergleich zu alkoholabstinent lebenden Menschen steigt damit das Krebsrisiko um das 1,4-fache.

Der Zusammenhang von Alkoholkonsum und Krebserkrankungen

Dass Alkoholkonsum mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergeht, steht also fest. Unklar ist allerdings noch, wie genau Alkohol die Krebsentstehung beeinflusst. Was man weiß, ist aber:

  • Alkohol (Ethanol) wird in unserem Körper in eine chemische Substanz namens Acetaldehyd umgewandelt, die unser Erbgut schädigt– und damit Krebsentstehung begünstigen kann. Dies betrifft vor allem die oberen Verdauungsorgane.
  • Alkohol schädigt die Leberzellen und kann eine sogenannte Leberzirrhose hervorrufen. Eine Zirrhose erhöht die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Leberkrebs.
  • Alkohol kann zu einer vermehrten Ausschüttung einiger Hormone wie Östrogen führen. Ein hoher Östrogenspiegel erhöht das Brustkrebsrisiko.

Besonders kritisch wird es, wenn zu alkoholischen Getränken auch noch geraucht wird. Durch den Alkohol wird die Schleimhaut im Mund durchlässiger und schädliche Substanzen, beispielsweise aus dem Tabakrauch, können vermehrt in den Körper gelangen. Die schädliche Wirkung beider Substanzen verstärkt sich gegenseitig. Das erhöht die Gefahr, an Krebs im oberen Verdauungs- und Atemtrakt zu erkranken. 

So können Sie das Krebsrisiko verringern

Experten vermuten, dass bei Männern etwa neun von zehn und bei Frauen rund die Hälfte der alkoholbedingten Krebserkrankungen und Krebstodesfälle vermieden werden könnten, wenn Alkohol in den empfohlenen Maßen getrunken würde. Wir empfehlen Ihnen deshalb: Bleiben Sie im Limit – nur so können Sie alkoholbedingte Krebserkrankungen vorbeugen.