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Läuft auch ohne Bier

Bye, bye Promille. In seinem Tagebuch beschreibt Dirk*, warum er auf Dinge verzichtet, die er wirklich gerne mag. Dazu gehört vor allem Bier – aber auch Süßigkeiten und Kaffee. Nur Kuchen mag er sich nicht verkneifen. Dirk fastet sieben Wochen: von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Der 47-jährige Ingenieur will wissen, wie sich ein Leben "ohne" anfühlt.

Verzicht üben. Die Fastenzeit erinnert an die 40 Tage, die Jesus allein in der Wüste verbracht hat. Jahr für Jahr fasten weltweit Millionen Menschen. Dabei sind viele nicht sonderlich religiös. So wie Dirk.

Fasten nach Karneval

"In der Regel mache ich das einmal pro Jahr", erzählt Dirk. Ein Glas Wein oder ein kühles Bier gehören in manchen Situationen zu seinem Alltag  dazu: nach Feierabend, am Wochenende, nach dem Fußball-Match mit den Nachbarn oder beim Geschäftsessen mit den Kollegen. Dirk rechnet sich selbst zu den gemäßigten Trinkern. Sein Start in die Fastenzeit verläuft problemlos:

09.02.2016
Es geht los. Gleich nach Rosenmontag fange ich mit dem Fasten an. Dieses Jahr gibt’s keinen Alkohol, und keine Süßigkeiten na gut, außer Kuchen. Maximal ein bis zwei Tassen Kaffee pro Tag. Sonst trinke ich nur grünen Tee.

12.02.2016
Läuft prima bisher. Es ist Freitagabend und ich habe Lust auf Bier. Nichts Drängendes. Werde das schöne, kühle Bier durch ein Glas Wasser ersetzen.

Jetzt nur nicht schwächeln

Das erste Wochenende läuft gut – kein Alkohol, keine Süßigkeiten. Aber zwei Stück Kuchen und vier Tassen Kaffee statt der geplanten zwei. Natürlich gibt es immer wieder solche Momente:

14.02.2016
Fußball mit den Jungs. Ein Debakel. Wir haben gespielt wie die letzten Pfeifen und natürlich verloren. Jetzt wäre ein Bier prima. Zum ersten Mal fehlt es mir richtig. Habe mir von meiner Frau ein alkoholfreies Weizen geliehen. Na ja, nicht gerade der Hit. Schmeckt wie fettarmer Käse. Damit werde ich mich wohl nie so recht anfreunden.

17.02.2016
Zwei Tage Zürich. Nahrungsmittel sind doppelt so teuer wie bei uns. An gesunde Ernährung ist nicht zu denken. Musste eine Tafel Schokolade und ein paar Schweinsohren vertilgen. Kein Alkohol klappt aber nach wie vor prima.

20.02.2016
Endlich mal wieder weggehen. Mit meiner Frau ins "Tao". Jetzt wäre ein Gin Tonic genau das richtige. Geht leider nicht. Stattdessen alkoholfreies Bier. Schön ist was anderes. Immerhin können wir stolz auf uns sein. Wieder nicht nachgegeben, auch wenn es schwerfällt. Der Alkohol fehlt mir eigentlich gar nicht, sondern nur der volle Biergeschmack.

Ein Kasten für die Anderen

Dirk erzählt seinen Freunden und Kollegen ganz offen, dass er momentan auf Alkohol verzichtet. "Einige dachten, ich mache das aus religiösen Gründen", zwinkert er. Er hat aber niemanden getroffen, der das nicht verstanden hätte. Einige haben sich sogar geärgert, dass sie nicht mitgemacht haben.

27.02.2016
Sportschau bei uns, klassisch mit Schnittchen, Frikadellen und Co. Habe noch einen Kasten Bier auf der Terrasse. Toll für die anderen. Ich erfreue mich wieder an alkoholfreiem Bier. Habe diesmal eine andere Marke gekauft. Die schmeckt wenigstens halbwegs.

Eine Nachbarin fragt nach Wein. Ich sage ihr, dass Sie gerne ein Glas trinken kann, die Flasche allerdings später mitnehmen muss. Bis zum Ende der Fastenzeit wird der Wein sonst schlecht. Sie hat sich dann doch für ein Bier entschieden.

28.02.2016
Sonntag beim Kicken: vier Tore geschossen und zwei vorbereitet. Habe mir mein alkoholfreies Bier voll verdient. :-)) Leider muss ich die Flaschen selbst mitbringen. Immerhin wird das anstandslos akzeptiert. Also keine doofen Sprüche oder so.

29.02.2016
Okay, heute leider Schokolade gegessen. Habe also gesündigt. :-(

Der positive Effekt

06.03.2016
Gestern Feier zum 50. Geburtstag. War sehr nett, die Stimmung war gut. Ich bin gefahren. Nach zwei Flaschen war der Bestand an alkoholfreiem Bier aufgebraucht. Habe mich den Abend mit Wasser über Wasser gehalten. Ging aber gut. Am Ende habe ich noch drei Leute nach Hause gefahren.

Dirk ist überzeugt, dass er und seine Frau bis zum Ende durchhalten. Im nächsten Jahr will er Aschermittwoch wieder am Start sein – auch wenn er sich auf den ersten Drink nach Ostern freut. "Der Verzicht macht einem deutlich, wie oft Alkohol Teil unseres Alltags ist", beschreibt er seine Motivation.

(*Name von der Redaktion geändert)

Diese Angebote helfen Ihnen durch die Fastenzeit:

> Motivationstest
> Alkohol? Nein danke
> Setzen Sie sich Ziele