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Abhängigkeit

Wenn es nicht mehr ohne Alkohol geht

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre hinweg. Die Anzeichen für eine krankhafte Alkoholsucht sind jedoch klar erkennbar: Das Leben dreht sich zunehmend um die Droge Alkohol. Ohne Alkohol funktioniert nach und nach scheinbar immer weniger. Alkohol zu trinken ist das Wichtigste, andere Interessen werden vernachlässigt. Ein Leben ohne Alkohol ist kaum mehr vorstellbar.

Wer alkoholabhängig ist plant die Tage so, dass er oder sie Alkohol trinken kann. Ein klarer Hinweis auf eine Alkoholabhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger oder gar nichts mehr zu trinken. Haben Alkoholabhängige einmal damit begonnen zu trinken, fällt es ihnen sehr schwer aufzuhören.

Eine beginnende Alkoholabhängigkeit ist geprägt von:

  • häufigem Denken an Alkohol
  • steigendem Konsum
  • Streitigkeiten in der Familie
  • nachlassender Leistungsfähigkeit
  • eventuelle Geldknappheit
  • Verlust an Lebensfreude

Wer sich frühzeitig entschließt, das Problem Alkohol ernst zu nehmen, hat gute Chancen eine Abhängigkeit zu umgehen. Im Bereich „Handeln“ finden Sie zusätzliche wertvolle Hilfen, wie Sie Ihren Alkoholkonsum einschränken und eine echte Lösung eventuell bestehender Probleme finden können.

Gesichter der Alkoholabhängigkeit

Ein Indiz für eine Alkoholabhängigkeit sind Entzugserscheinungen, die nicht unbedingt nur körperlich sein müssen. Ohne Alkohol geraten sowohl Körper als auch Psyche aus dem Gleichgewicht.

Mögliche Entzugserscheinungen sind:
Frau schaut auf ein gefülltes Glas im Vordergrund.
Kmiragaya / fotolia.com
  • Schlafstörungen
  • Schweißausbrüche
  • morgendliches Zittern
  • Brechreiz
  • Unruhe und Angst
  • depressive Verstimmungen

Hat man einmal angefangen zu trinken, ist es fast unmöglich, wieder aufzuhören, bevor man völlig betrunken ist. „Filmrisse“ sind ebenfalls Zeichen für fortgeschrittene Alkoholabhängigkeit.

Die bedrohlichsten und extremsten Zeichen eines körperlichen Entzugs:
  • Krampfanfälle
  • optische und akustische Halluzinationen („weiße Mäuse“)
  • das „Delirium tremens"

Die Entzugserscheinungen klingen ab, sobald man wieder Alkohol trinkt, und sie kehren zurück, wenn die Wirkung des Alkohols nachlässt. Alkohol wird in diesem Stadium der Abhängigkeit getrunken, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Diesen Kreislauf ohne fachliche Hilfe  zu durchbrechen ist sehr schwer. Wirksame Hilfe bei Alkoholabhängigkeit ist jedoch möglich, und die bedrohlich scheinenden Entzugserscheinungen können durch fachkundige Behandlung weitgehend gemildert werden.

Wird die Abhängigkeitsentwicklung nicht gestoppt, kommt ein Teufelskreis in Gang: Weder mit Alkohol noch ohne Alkohol erscheint das Leben lebenswert. Schuld und Schamgefühle werden übermächtig. Anstrengenden Versuchen, das Trinken radikal einzuschränken oder ganz ohne Alkohol auszukommen, folgen Rückschläge und Zeiten exzessiven Trinkens. Die Angst, aus diesem Kreislauf nie mehr rauszukommen, und die Hoffnung, das Problem doch noch in den Griff zu bekommen, wechseln einander ab.

Einen ersten Hinweis, ob bei Ihnen oder einem Ihnen nahestehenden Menschen eine Alkoholabhängigkeit vorliegt, können Sie mit Hilfe des Selbsttests herausfinden.

Verdrängen löst das Alkoholproblem nicht

Kennen Sie Gedanken wie „Das ist nicht schlimm. Ich könnte jederzeit aufhören, Alkohol zu trinken, wenn ich wollte.“? Es dauert oft lange, bis Menschen sich ihre Alkoholprobleme eingestehen und sich zu einer Änderung ihres Trinkverhaltens entschließen. Auf Tage mit guten Vorsätzen folgen solche, an denen der übermäßige Alkoholkonsum das Leben nicht besonders behindert. Die Entspannung durch den Alkohol oder der Spaß an der feuchtfröhlichen Runde scheinen dann den Kater am „Morgen danach“ aufzuwiegen.

Möglich auch, dass andere Probleme – zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder Trennung – das Alkoholproblem vorübergehend in den Hintergrund drängen. Doch es dauert nicht lange, bis erneut deutlich wird, dass der Alkohol die bestehenden Probleme mit verursacht hat. Und es wird immer klarer, dass die eigene Lebenssituation nur verbessert werden kann, wenn es gelingt, auf Dauer weniger Alkohol zu trinken bzw. alkoholfrei zu leben.

Wie komme ich vom Alkohol weg?

Viele Alkoholabhängige versuchen zunächst, ihr Alkoholproblem auf eigene Faust zu lösen. Untersuchungen zeigen, dass dies einem Teil der Betroffenen auch gelingt. Hier finden Sie dazu viele nützliche Tipps. Wenn Sie dabei durch Ihre Familie oder andere Ihnen nahestehende Menschen unterstützt werden, kann das eine große Hilfe sein. Außerdem wichtig: die persönliche Erkenntnis, das Sich-Eingestehen und die Motivation, sein Alkoholproblem lösen zu wollen.

Sollte ich fachliche Hilfe annehmen?

Gelingt es allerdings nicht, die Alkoholabhängigkeit auf eigene Faust zu bekämpfen, fällt es Betroffenen – anders als bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen – vielleicht sehr schwer, sich fachliche Hilfe zu holen. Oft befinden sich Alkoholabhängige innerlich im Widerstreit, ob sie Hilfe annehmen sollen oder nicht. Geht es Ihnen auch so? Finden Sie sich in folgenden Gedanken wieder?

  • „So schlimm ist das bei mir noch nicht.“ – „Aber irgendwie interessiert es mich doch, wie ich das Problem mit dem Alkohol angehen kann.“
  • „Wenn man wirklich will, schafft man es auch allein.“ – „Aber schließlich gehe ich mit anderen Problemen auch zum Fachmann.“
  • „Ich will mit Außenstehenden nicht über meine persönlichen Probleme sprechen.“ – „Aber ich habe es schon mehrmals allein versucht, und es hat nicht geklappt.“
  • „Wenn es mir erst im Beruf/in der Partnerschaft wieder besser geht, schaffe ich das auch noch.“ – „Ich muss es meiner Familie/meinem Arbeitgeber zuliebe tun.“

Möglicherweise wollen Sie nicht mit dem Bild eines Alkoholabhängigen in Verbindung gebracht werden. Aber: Die bestehenden Hilfsangebote richten sich nicht nur an Schwerabhängige. Auch wer eine beginnende Alkoholabhängigkeit abwenden möchte, findet Unterstützung. Das ambulante Therapieangebot ist vielfältig und kann flexibel genutzt werden.

Nutzen Sie das BZgA-Info-Telefon

Wenn Sie sich noch unsicher sind, was Sie tun möchten und welche Hilfe Sie gern in Anspruch nehmen wollen, dann können Sie sich im ersten Schritt anonym an das Info-Telefon der BZgA wenden. Dort erhalten Sie eine persönliche Beratung und erfahren, an welche Hilfs- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe Sie sich wenden können. Ein guter erster Schritt im Kampf gegen die Alkoholabhängigkeit und für ein Leben ohne Alkohol.

BZgA-Info-Telefon:

Tel: 0221  892031*

Mo.-Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.-So. 10.00 bis 18.00 Uhr

*Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters für Gespräch in das Kölner Ortsnetz

Viele weitere Informationen sowie Erfahrungsberichte hält zudem unsere Broschüre „Alkoholfrei leben - Rat und Hilfe bei Alkoholproblemen“ für Sie bereit.