Mann mit Brille benutzt Tablet.

Welche Promillegrenzen gelten im Straßenverkehr?

Alkohol im Straßenverkehr ist eine der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle. Oft werden Personen dabei schwer verletzt oder gar getötet. Daher hat der Gesetzgeber Promillegrenzen eingeführt, die mit Bußgeld, Einträgen im Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg, Fahrerlaubnisentzug oder sogar mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Wiederholungstäter werden generell härter bestraft. Die Strafen sind im sogenannten "Bußgeldkatalog" erfasst, der regelmäßig aktualisiert wird. Folgende Angaben basieren auf dem aktuellen Bußgeldkatalog 2018.

Null-Promillegrenze

Seit 2007 gilt für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit sowie für Personen bis 21 Jahre die Null-Promillegrenze. Alkohol am Steuer ist somit für diese Personengruppe per Gesetz tabu. Der Gesetzgeber hat diese Regel eingeführt, weil junge Menschen vergleichsweise häufig in Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss verwickelt sind. Wird ein Alkoholgehalt bis 0,5 Promille festgestellt und liegen noch keine erkennbaren Anzeichen von Fahrunsicherheit vor, gilt dies als Ordnungswidrigkeit und wird

  • einem Bußgeld von 250 Euro
  • sowie einem Punkt im Flensburger Fahreignungsregister belegt.

Zudem drohen weitere Auflagen, beispielsweise die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar. Außerdem verlängert sich die Probezeit auf vier Jahre. Stellt die Polizei bei der Alkoholkontrolle jedoch Anzeichen von Fahrunsicherheit fest, oder kommt es unter Alkoholeinfluss zu einem Unfall, drohen dem Fahranfänger weit höhere Strafen.

0,3-Promillegrenze

Ab 0,3 Promille, die zum Beispiel schon durch das Trinken von einem Bier (0,33l) erreicht sein können, wird von einer sogenannten "relativen Fahruntüchtigkeit" ausgegangen. Dabei gilt im Allgemeinen, dass bis zu einem Promillewert von 0,5 das Fahren unter Alkoholeinfluss keine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Aber: Bei auffälliger Fahrweise, beispielsweise Schlangenlinien, oder bei einem Unfall, kommt bereits ab diesem Alkoholwert eine Straftat wegen Trunkenheit im Verkehr in Betracht. Hier können die Konsequenzen neben dem Fahrverbot eine empfindliche Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe sein.

0,5 bis 1,09-Promillegrenze

Wenn Sie mit 0,5 bis 1,09 Promille von der Polizei angehalten werden, gilt dies als Ordnungswidrigkeit, die unterschiedlich stark bestraft wird – je nachdem, ob Sie Ersttäter sind bzw. wie oft Sie schon erwischt worden sind:

  • 1. Mal: 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot
  • 2. Mal: 1000 Euro Bußgeld, zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot
  • 3. Mal: 1500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot

Kommt es zu einem Unfall, müssen Sie mit weitreichenden Konsequenzen rechnen. Das Risiko, mit dieser Blutalkoholkonzentration einen Unfall zu verursachen, ist etwa doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand.

1,1-Promillegrenze

Ab 1,1 Promille ist die sogenannte "absolute Fahruntüchtigkeit" erreicht. Die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verursachen, ist zehnmal höher als unter nüchternen Bedingungen. In jedem Fall erfolgt eine strafrechtliche Verfolgung, unabhängig davon, ob ein Fahrfehler oder gar ein Unfall vorliegt.

Es drohen folgende Strafen:

  • Bußgeld bis zu 3000,-
  • drei Punkte in Flensburg
  • Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer)
  • ggf. einer Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre).

1,6-Promillegrenze

Weist der Alkoholtest 1,6 Promille nach, so wird wegen der Alkoholfahrt eine MPU medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), angeordnet. Diese beurteilt die Fahreignung des Fahrers angesichts der "Wiederholungsgefahr". Am Ende der jeweiligen Sperrfrist wird daher nochmals überprüft, ob der Fahrer geeignet ist, ein Auto zu führen.

Aber auch vor der Überschreitung der 1,6 Promillegrenze kann die Behörde eine MPU anordnen. Und zwar:

  • bei „Wiederholungstätern“ (schon ab 0,5 Promille)
  • bei Alkoholabhängigkeit oder Alkoholmissbrauch

Alkoholfahrt als Radfahrer

Schwingen sie sich mit mehr als 1,6 Promille auf das Rad, bekommen Fahrradfahrer laut Bußgeldkatalog 2018 

  • 3 Punkte in Flensburg,
  • ein Bußgeld 
  • sowie eine Anordnung zur MPU. 

Bestehen Radfahrer die MPU nicht, kann es zum Fahrverbot kommen – sie müssen Ihren Auto-Führerschein abgeben. Auch ein lebenslanges Fahrrad-Fahrverbot kann verhängt werden.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kraftfahrt-Bundesamts (www.kba.de) sowie unter https://www.bussgeldkatalog.org/.