Mann mit Brille benutzt Tablet.

Risikoarmer Konsum im Alter

Hören Sie auf Ihren Körper

Mit steigendem Alter unterscheidet sich die Reaktion Ihres Körpers auf Alkohol vom bisher bekannten Muster. Das hat einen einfachen Grund: Der Körper verändert sich insgesamt. So können zum Beispiel die Körperzellen Wasser nicht mehr so gut speichern wie früher. Der Flüssigkeitshaushalt Ihres Körpers sinkt. Das wiederum hat zur Folge, dass dieselbe Menge getrunkenen Alkohols jetzt zu einer höheren Blutalkoholkonzentration  führt. Damit wirkt der Alkohol auch stärker. Mengen, die Sie früher problemlos vertragen haben, können jetzt dafür sorgen, dass Sie angetrunken sind, möglicherweise sogar stürzen oder andere Unfälle erleben.

Hinzukommt, dass Ihr Körper den Alkohol nicht mehr so schnell wieder abbaut wie früher. Mit zunehmendem Alter wird Ihr Stoffwechsel träger, die Leber arbeitet langsamer. Wie gesund Sie sind und ob Sie Medikamente einnehmen, beeinflusst zusätzlich, wie Alkohol in Ihrem Körper wirkt und verarbeitet wird.

Älteres Ehepaar vertieft in ein Gespräch
Bild: iStock / NemanjaMiscevic

Empfohlene Grenzwerte ab 65 Jahren

All das bedeutet nicht, dass Sie mit zunehmendem Alter ganz auf Alkohol verzichten müssen. Um aber das Risiko zu verringern, dass Alkohol Ihrer Gesundheit schadet, sollten Sie etwa ab Ihrem 65. Geburtstag von anderen Grenzwerten für risikoarmen Alkoholkonsum ausgehen als bisher. Lag die empfohlene Grenze bisher für Frauen bei 12 Gramm reinen Alkohols pro Tag und für Männer bei 24 Gramm, verringert sich dies jetzt – vor allem für Männer. Es gelten jetzt maximal 10 Gramm reiner Alkohol täglich für Männer und Frauen. Diese Empfehlung hat das amerikanische National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA) herausgegeben. Zwei Tage pro Woche sollten ganz alkoholfrei sein. 10 Gramm reiner Alkohol stecken beispielsweise in einem kleinen Glas Bier (0,25 Liter) oder Wein (0,1 Liter). Man spricht hier auch von einem Standardglas.

Vorsicht bei der Kombination von Alkohol und Medikamenten

Viele Menschen nehmen im Alter mehr Medikamente ein als früher. Medikamente, die ärztlich verordnet werden, helfen Ihnen, Ihre Gesundheit positiv zu beeinflussen – das ist auch gut so. Bitte achten Sie aber darauf, dass sich bestimmte Medikamente in Zusammenhang mit Alkohol negativ auf Ihre Gesundheit auswirken können. Verharmlosen Sie die Wechselwirkung von Medikamenten und den Konsum von Alkohol nicht. Alkohol kann beispielsweise die Wirkung von Medikamenten verringern oder sogar aufheben. Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen und Erbrechen sind außerdem nur einige der möglichen Nebenwirkungen, wenn Sie Alkohol und Medikamente kombinieren. Lesen Sie daher gründlich den Beipackzettel oder informieren Sie sich ganz genau bei Ihrem Arzt oder Apotheker, welche Nebenwirkungen auftreten können.