Mann mit Brille benutzt Tablet.

Riskanter Konsum

Wann wird es Zeit kürzer zu treten?

Sie trinken regelmäßig Alkohol? Gerne mehr als ein oder zwei Gläser Bier oder Wein? Dann liegt Ihr Trinkverhalten im riskanten Bereich, was bedeutet, dass Ihr Körper dauerhafte Schäden davon tragen kann. Wer unterhalb der Schwelle des riskanten Alkoholkonsums bleibt, kann das Risiko eingrenzen. Die negativen gesundheitlichen Folgen des Alkohols bleiben gering, wenn man eine bestimmte Alkoholmenge nicht überschreitet. Hierfür gibt es Grenzwerte.

Grenzwerte für risikoarmen Konsum

Der gesundheitlich unbedenkliche Alkoholkonsum liegt bei gesunden erwachsenen Frauen bei 12 Gramm, das heißt bei etwa einem Standardglas Alkohol am Tag. Für gesunde erwachsene Männer liegt diese Grenze bei 24 Gramm Alkohol pro Tag, das sind etwa zwei Standardgläser. Wenn Sie als Frau mehr als 0,1 Liter Wein oder Sekt, mehr als 0,25 Liter Bier oder 4 Zentiliter Schnaps pro Tag trinken, bewegen Sie sich also bereits in einem gesundheitlich riskanten Bereich. Für Männer gilt die doppelte Menge. Egal, ob Mann oder Frau: Sie sollten an mindestens zwei Tagen in der Woche gar keinen Alkohol trinken.

Trinken bis zum Rausch

Eine in der Öffentlichkeit viel diskutierte riskante Trinkgewohnheit ist das sogenannte Binge Drinking oder Rauschtrinken. Binge Drinking bedeutet, dass Sie bei einer Trinkgelegenheit vier (gilt für Frauen) bzw. fünf (gilt für Männer) und mehr alkoholische Getränke zu sich nehmen.

Wenn Sie bis zum Rausch trinken – auch wenn es nur gelegentlich vorkommt –, erhöht sich Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Während eines Rausches steigt außerdem die Gefahr eines Schlaganfalls sowie von Herzrhythmusstörungen.

Weitere potenzielle Folgen von riskantem Alkoholkonsum

Mehrere Jugendliche bei einer Party.
Astarot / fotolia.com

Welche weiteren Risiken bergen derartige Trinkgewohnheiten und ein gelegentlich zu hoher Alkoholkonsum für Sie? Welche Folgen hat ein Rausch?

 

 

  • Ihr Gehirn wird geschädigt. Bei jedem Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab.
  • Die Wahrscheinlichkeit für Alkoholunfälle im Verkehr oder am Arbeitsplatz steigt mit zunehmendem Alkoholkonsum steil an.
  • Alkohol ist vielfach der Auslöser von Aggression und Gewalt gegen andere. Mehr als ein Viertel aller Gewalttäter steht nach polizeilichen Erkenntnissen unter Alkoholeinfluss. Als alkoholtypische Vergehen gelten Körperverletzung, Totschlag, Vergewaltigung, Kindesmisshandlung und häusliche Gewalt.
  • In alkoholisiertem Zustand riskieren Sie, selbst ein Opfer von Gewalt oder Verbrechen zu werden.
  • Aufgrund der betäubenden Wirkung von Alkohol kann es zu Verletzungen, Verbrennungen und Erfrierungen kommen.
  • Im Rausch steigt ebenfalls die Risikobereitschaft zu ungeschütztem oder gar ungewolltem Geschlechtsverkehr.
  • Alkoholkonsum kann bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten sehr gefährlich werden. Die Wirkung eines Medikaments kann aufgehoben  oder die des Alkohols um ein Vielfaches gesteigert werden. Die Folge können Herz-Kreislauf-Probleme oder Vergiftungen sein. Besonders gefährlich ist die Kombination von Alkohol mit psychisch wirkenden Medikamenten, vor allem Beruhigungsmitteln.

Weitere Informationen, welche unmittelbaren Auswirkungen die unterschiedlich hohen Blutalkoholkonzentrationen – also Promille – auf Ihren psychischen und körperlichen Zustand hat, finden Sie hier.


Beobachten Sie Ihre Trinkgewohnheiten

Wenn Ihr Alkoholkonsum über der als risikoarm eingestuften Menge liegt, sollten Sie dringend darüber nachdenken, Ihre Trinkgewohnheiten zu ändern. Auch wenn Sie bislang noch keine negativen Folgen bemerkt haben: Das Risiko, Ihre Gesundheit zum Beispiel durch Bluthochdruck oder Gefäßerkrankungen zu schädigen, ist deutlich erhöht.

Denken Sie außerdem an Ihre Kinder. Kinder ahmen nach, was sie sehen. Die Rolle der Eltern, das, was sie ihnen vorleben, prägt ganz entscheidend das spätere Trinkverhalten. Deshalb sollten Sie schon Ihren Kindern zuliebe Ihre Trinkgewohnheiten ändern.