Mann mit Brille benutzt Tablet.

Dauerhaft weniger Alkohol – so gelingt es!

Die Fastenzeit ist fast vorbei. Und was kommt danach?

Sie haben es fast geschafft: Die siebte und letzte Fastenwoche beginnt. Am kommenden Samstag steht das Fastenbrechen bevor. Nutzen Sie diese Woche für einen persönlichen Rückblick und ziehen Sie Bilanz. 

  • Denken Sie noch einmal an Ihre Gründe, die Sie zu der Auszeit bewegt haben: Haben Sie bereits einige der Ziele erreicht oder sind neue dazu gekommen? 
  • Fällt Ihnen das Neinsagen in Gesellschaft mittlerweile leichter als noch zu Beginn der Fastenzeit? 
  • Und wie steht es um Ihre Gesundheit? Haben Sie bereits positive Veränderungen an sich bemerkt?
  • Gibt es alte Gewohnheiten, die Sie zukünftig ablegen und durch neue ersetzen möchten? 

Wochen-Aufgabe 7: Was wollen Sie anders machen?

Haben Sie bereits darüber nachgedacht, wie es nach dem Fasten für Sie weitergeht? Machen Sie sich eine Liste mit Dingen, die Sie zukünftig ändern wollen (z.B. nur noch an einem Tag in der Woche Alkohol trinken, kein Alkohol mehr beim Fernsehen etc.).

Mann hällt Klebezettel mit Aufschrift "Zeit für Neues"
Bild: gustavofrazao / iStock

Wie auch immer Ihr Fazit ausfällt: Wir hoffen, dass Sie in den vergangenen Wochen viel über sich gelernt haben und von der einen oder anderen Erfahrung auch in Zukunft profitieren werden. Vielleicht ist Ihnen bewusst geworden, dass Sie über die Fastenaktion hinaus dauerhaft weniger Alkohol trinken wollen, oder künftig sogar ganz auf alkoholische Getränke verzichten möchten. Aber wie gelingt es uns, das bisher Gelernte auch nach der Fastenzeit dauerhaft im Alltag umzusetzen? 

Mehr Achtsamkeit im Alltag

Um nach dem Fasten nicht erneut in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, sind einfache Achtsamkeitsübungen sehr hilfreich. Bei solchen Übungen geht es darum, eine Situation zuerst bewusst wahrzunehmen, bevor eine bestimmte Handlung ausgeführt wird, beispielsweise das unachtsame oder gewohnheitsmäßige Trinken von Alkohol. Wer seinen Gelüsten gegenüber achtsam ist, kann besser verhindern, sich sofort einen Drink zu genehmigen, sobald er Lust darauf verspürt. 

Klingt dies zunächst trivial und selbstverständlich, ist es in Wahrheit nicht immer ganz so einfach, denn – auch wenn wir körperlich anwesend sind – sind wir oft mit den Gedanken ganz woanders. Und in solchen Momenten greifen wir dann reflexartig zum Glas. Achtsamkeitsübungen können uns dabei helfen, solche ungeliebten Gewohnheiten abzulegen. Und das Gute daran: Sie lassen sich ganz einfach in den Alltag integrieren. 

Ein Beispiel: 

Wenn Sie plötzlich Lust auf Alkohol haben, halten Sie kurz inne, bevor Sie eine Flasche Bier oder Wein öffnen. Setzen Sie sich hin und entspannen Sie. Atmen Sie mehrmals tief ein und aus. Beobachten Sie Ihre Gefühle, fragen Sie sich, wie es Ihnen geht, warum Sie Lust auf Alkohol haben und warten Sie ab, was dann passiert. Denken Sie daran nicht zu werten, sondern nur zu beobachten. Das mag am Anfang schwierig sein, wird mit der Zeit aber immer einfacher.

Stellen Sie Ihre persönlichen Trinkregeln auf

Neben mehr Achtsamkeit im Alltag können auch ganz praktische Verhaltensregeln dabei helfen, alte Gewohnheiten zu durchbrechen und weniger Alkohol zu trinken. Je genauer solche „Trinkregeln“ auf die persönlichen Gewohnheiten abgestimmt sind, desto wirkungsvoller sind sie.

Hier sind einige Tipps und Ideen für Trinkregeln.

  1. Nehmen Sie sich beispielsweise vor, nur an zwei Tagen in der Woche Alkohol zu trinken. Das nimmt Ihnen an fünf Tagen der Woche die Entscheidung ab.
  2. Nutzen Sie die 15-Minuten-Regel: Wenn Sie Durst auf Alkohol bekommen, warten Sie zunächst 15 Minuten ab (und machen Sie eine Achtsamkeitsübung). Vielleicht ist der Wunsch nach Alkohol danach verflogen oder Sie haben ihn bereits vergessen. 
  3. Räumen Sie Ihre Alkoholbestände weit weg, am besten in den Keller. So müssen Sie sich zweimal überlegen, ob der Wunsch Alkohol zu trinken die Mühe wert ist. 
  4. Verzichten Sie auf alkoholfreies Bier. Denn Sie durchbrechen damit nicht die Gewohnheit in den altbekannten Situationen.
  5. Nutzen Sie alkoholhaltige Getränke nicht als Durstlöscher. Löschen Sie Ihren Durst mit Mineralwasser, Fruchtsaftschorle oder koffeinfreiem Tee.
  6. Trinken Sie zwischendurch, z. B. auf Festen und Feiern, immer wieder ein alkoholfreies Getränk. 
  7. Notieren Sie Ihren Alkoholkonsum auch nach der Fastenzeit in unserem „Trinktagebuch“. So haben Sie stets den Überblick, ob Sie noch im Limit liegen.

Fallen Ihnen noch weitere Regeln ein? Dann notieren Sie diese auf einen Zettel und hängen Sie den Zettel sichtbar auf. Somit können Sie sich schon einmal gedanklich auf Ihre Zeit nach dem Fastenbrechen vorbereiten.