Ein Mann mit Brille schaut in die Kamera.
Ein Mann mit Brille schaut in die Kamera.

„Nein danke“

Wie Sie in Gesellschaft auf Alkohol verzichten

Haben Sie schon mal Alkohol getrunken, weil andere davon ausgingen, dass Sie mittrinken? Oder weil Sie nicht unhöflich zum Gastgegeber sein wollten? Manchmal fällt es in Gesellschaft schwer, Alkohol abzulehnen. Aber keine Sorge, Sie können es lernen. 

Warum fällt mir das „Nein“ so schwer?

Viele Menschen haben ihre Probleme mit dem „Nein“ – nicht nur beim Alkohol. Unser Gehirn ist auf Harmonie gepolt. Da kommen ein „Ja“ oder „O.K.“ schneller über die Lippen als das ablehnende „Nein“.

Und wenn es um die Frage geht „Habe ich gerade Lust auf ein Bier?“, können positive Emotionen schnell die Oberhand gewinnen. Beim Konsum von Alkohol schütten die Nervenzellen im sogenannten Belohnungssystem vermehrt Dopamin aus. Diesen biochemischen Prozess nehmen wir als Wohlbefinden wahr. Vereinfacht bedeutet das: unser Gehirn speichert, dass Alkohol glücklich macht. Der vorher gefasste Vorsatz nichts zu trinken, ist dann schnell vergessen.

Tipp: Machen Sie sich auf die Suche nach Ihren persönlichen Motiven. Warum kommt Ihnen das „Nein“ nur schwer über die Lippen? Haben Sie Angst vor Ablehnung? Ist es ein Harmoniebedürfnis? Wollen Sie das Gesicht nicht verlieren? Wenn Sie Ihre Gründe kennen, können Sie viel besser daran arbeiten. 

 

Ablehnende Handgeste gegenüber einer angebotenen Bierflasche.
Ronstik / fotolia.com

Nein sagen: So geht's

Wenn Sie beim Alkoholkonsum ein paar einfache Regeln beherzigen, wird Ihnen das „Nein“ bald leichter fallen. Das Wichtigste dabei ist aber, dass Sie sich eine Sache klar machen: Es ist völlig in Ordnung Alkohol abzulehnen. Wenn Sie diese Haltung annehmen, werden auch andere Ihre Entscheidung in den meisten Fällen akzeptieren. Darüber hinaus gilt:

> Freundlich formulieren: Ein „Nein“ muss nicht grob oder unhöflich rüberkommen. Wenn Sie es nett sagen, kommt es beim Gegenüber besser an. 

  • „Vielen Dank, dass du an mich gedacht hast, aber ich bleibe heute bei Wasser.“
  • „Das ist wirklich nett von dir, aber ich trinke heute keinen Alkohol.“
  • „Was für eine schöne Idee, aber mir ist heute nicht nach Alkohol.“

> Begründen: Natürlich ist es Ihre Sache, warum Sie nichts trinken wollen. Mit einem Grund betonen Sie jedoch, dass Ihre Entscheidung gut überlegt ist. Das kann für mehr Akzeptanz sorgen. Dabei müssen Sie beim Begründen nicht mal kreativ werden.

  • „Nein danke. Ich möchte morgen fit sein.“
  • „Ich bin mit dem Auto hier und trinke nichts, wenn ich fahre.“
  • „Ich trinke nichts. Ich bin schwanger.“
  • „Ich habe in letzter Zeit zu viel Alkohol getrunken, und mir ging es ziemlich schlecht dabei. Deshalb habe ich beschlossen, kürzer zu treten.“

> Alternative bieten: Um Ihr Gegenüber nicht vor den Kopf zu stoßen, können Sie zu Ihrem „Nein“ gleich eine Alternative liefern.

  • „Nein, danke. Aber ich nehme gerne einen Orangensaft.“
  • „Heute nicht. Aber nächstes Mal bin ich gerne wieder mit dabei.“

Verhalten in schwierigen Situationen

Es kann durchaus passieren, dass Ihr „Nein“ mal nicht akzeptiert wird. Vor allem Menschen, die selbst viel Alkohol trinken, werden Sie immer wieder drängen. Angetrunkene Personen sind oft besonders hartnäckig, wenn es um das Anbieten von Alkohol geht. Dann gilt es, auszuweichen oder als letztes Mittel die Flucht zu ergreifen.

> Ausweichen: Mit „noch/erstmal nicht“, „später“, „nacher“ oder „ja, gleich“ können Sie Ihr angetrunkenes Gegenüber häufig zumindest für eine gewisse Zeit vertrösten. Wenn Sie Glück haben, werden Sie sogar vergessen und haben Ihre Ruhe.

> Flüchten: Wenn nichts mehr hilft, sollten Sie die Flucht ergreifen. Mit Betrunkenen kann man nicht diskutieren. Dann sollten Sie versuchen, sich aus der Situation zu entfernen, zum Beispiel indem Sie sich kurz für einen Gang zur Toilette entschuldigen.