Mann mit Brille benutzt Tablet.

Vom Genuss- zum Suchtmittel

Warum es gefährlich ist, Alkohol als Stimmungsmacher zu nutzen

Ein Mann sitzt traurig an einer Bar mit einem Bierglas in der Hand.
Syda Productions / Fotolia.com

Alkohol entspannt und macht gute Laune. Er ist legal, billig und leicht erhältlich, Alkohol zu trinken ist gesellschaftlich akzeptiert. Das tägliche Glas Wein am Abend und das Feierabendbier klingen zwar harmlos, Gewöhnungstrinken kann aber ein Einstieg in die Abhängigkeit sein. Wer regelmäßig trinkt, um Stress, Wut oder Einsamkeit zu vergessen, missbraucht Alkohol, um Probleme zu bewältigen und setzt sich der Gefahr von gesundheitlichen Risiken und körperlichen Schädigungen aus – bis hin zur Abhängigkeit. Generell riskiert jeder, der regelmäßig trinkt, damit seine Gesundheit.

Erkennen Sie die Warnsignale

Der Übergang von Genuss zu Alkoholmissbrauch und Abhängigkeit ist oft schleichend. Der kritische Punkt ist spätestens dann erreicht, wenn Sie sich ohne Alkohol kaum noch wohlfühlen oder glauben, Ihren Alltag nur mit Alkohol bewältigen zu können. Haben Sie das Gefühl, alleine können Sie Ihr Leben nicht ändern, schrecken Sie nicht davor zurück, professionelle Hilfe und Beratung anzunehmen bzw. zu suchen. Häufig können auch die Familie oder Freunde mit Rat und Tat zur Seite stehen und gemeinsam mit Ihnen andere, bessere Wege zur Lösung von Problemen finden als Alkohol zu trinken.

Sie sollten umgehend Ihre Trinkgewohnheiten ändern, wenn Sie …

  • oft ein kaum kontrollierbares Verlangen nach Alkohol verspüren.
  • die Dosis an Alkohol erhöhen müssen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
  • Gedächtnislücken nach durchzechten Nächten haben.
  • unter Einschlafstörungen leiden und Unruhe verspüren, wenn Sie nichts getrunken haben.
  • Streit mit Angehörigen über Alkohol bzw. Ihren persönlichen Alkoholkonsum haben.
  • beginnen, sich für Ihren Alkoholkonsum zu schämen.
  • infolge von Alkohol in Ihrer beruflichen Leistung nachlassen.
  • andere Interessen zugunsten des Trinkens vernachlässigen.
  • Entzugssymptome bekommen (z. B. zittrige Hände), wenn Sie versuchen, Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren oder ganz aufzuhören.
  • weitertrinken, auch wenn der Alkohol bereits Schaden an Ihrer Gesundheit angerichtet oder deutliche Spuren in Ihrem Leben hinterlassen hat.

Die Folge für Ihre Gesundheit

Überhöhter Alkoholkonsum über einen langen Zeitraum hinweg gefährdet die Gesundheit und kann bis zum Tod führen. In Deutschland sterben jährlich 74.000 Menschen direkt oder indirekt durch Alkohol mit kombiniertem Tabakkonsum.

Gesundheitsschäden treten nicht nur bei Abhängigen auf. Auch wer aus Gewohnheit zu viel Alkohol trinkt und die gesundheitlich unbedenklichen Grenzen überschreitet, schädigt seinen Körper und senkt die Lebenserwartung deutlich.

Zu den Krankheiten und negativen Auswirkungen, die mit überhöhtem Alkoholkonsum zusammenhängen, gehören:

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht („Bierbauch“)
  • Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut)
  • Herzmuskel-Erkrankungen
  • Lebererkrankungen: Die Leber ist für den Abbau des Alkohols verantwortlich und von übermäßigem Konsum besonders stark betroffen. Typische Folgen von Alkoholmissbrauch sind Verfettung und Verhärtung der Leber, was im Endstadium zur Leberzirrhose (Schrumpfleber) führt.
  • Schädigungen des Gehirns: Übermäßiger Alkoholkonsum führt zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zur Intelligenzminderung und dem kompletten Zerfall aller geistigen Fähigkeiten.
  • Krebserkrankungen insbesondere der Leber, in Mundhöhle, Rachenraum und Speiseröhre, des Enddarms und der (weiblichen) Brustdrüse
  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Impotenz

Viele der möglichen Folgen und Schäden durch Alkohol sind unumkehrbar. Nicht wenige körperliche und auch psychische Folgen enden in schwersten Erkrankungen. Deshalb: Denken Sie rechtzeitig über Ihr Konsumniveau nach und achten Sie früh auf die eigenen körperlichen Signale.