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Alkohol bei Hitze – ein unterschätztes Risiko

Eine Frau schüttet sich Wasser ins Gesicht. Im Hintergrund blauer Himmel und Sonne.
Alkohol bei Hitze wirkt stärker: Kreislauf, Leber und die Sicherheit beim Baden leiden. Wer die Zusammenhänge kennt, kann seinen Urlaub bewusst und entspannt genießen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Alkohol und Hitze weiten  die Blutgefäße – der Blutdruck sinkt, ein Kreislaufkollaps wird wahrscheinlicher.
  • Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit und fördert Dehydration und Hitzschlag.
  • Nur 2 bis 5 % des Alkohols werden über Atem, Schweiß und Urin ausgeschieden – der Rest belastet die Leber.
  • Baden nach Alkohol ist lebensgefährlich: Ein Kälteschock droht schon bei sonst harmlosen Wassertemperaturen.
  • Sicherer im Urlaub: Wasser, Schorlen, isotonische Getränke oder alkoholfreie Cocktails wählen.

So wirkt Alkohol bei Hitze auf den Körper

Alkohol wirkt bei Hitze schneller und intensiver, weil sowohl Wärme als auch Alkohol die Blutgefäße erweitern. All-inclusive-Hotels, Flatrate-Partys, erfrischende Cocktails am Strand: Statt dem Körper eine Erholungsphase zu gönnen, nehmen es viele Urlaubende mit dem achtsamen Alkoholkonsum nicht so genau. Doch das ist vor allem bei warmen Temperaturen gefährlich. Denn: Sonne verstärkt die Wirkung von Alkohol.

Bei Hitze kann der Körper Alkohol schlechter verarbeiten. Die Gefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt. Es kann zu Kreislaufproblemen, Bewusstlosigkeit bis hin zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps kommen.

Alkohol ist als Durstlöscher tabu

Alkohol ist kein Durstlöscher – er fördert die Flüssigkeitsausscheidung und entzieht dem Körper Wasser und Mineralstoffe. Wenn es heiß ist, schwitzt man: Um eine Überhitzung zu vermeiden und sich abzukühlen, scheidet der Körper Flüssigkeit über die Haut aus. Diese verlorene Flüssigkeit muss über Getränke wieder aufgenommen werden. Deshalb wird bei Reisen in heiße Länder und natürlich auch an besonders warmen Tagen in der Heimat eine Flüssigkeitsaufnahme von zwei bis drei Litern pro Tag empfohlen – am besten in Form von Wasser, verdünnten Fruchtsäften oder isotonischen Getränken.

Seinen Durst mit Alkohol zu löschen ist hingegen genau das Falsche. Alkohol fördert die Flüssigkeitsausscheidung über den Urin und entzieht dem Körper somit Wasser und Mineralstoffe. Der Körper wird ausgelaugt und läuft Gefahr auszutrocknen. Er kann nicht mehr genug Schweiß produzieren, um sich vor Überhitzung zu schützen. Das kann zu einem Hitzschlag führen und im Extremfall zum Kreislaufkollaps.

Schwerstarbeit für die Leber

Die Leber baut nur 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde ab. Bei ständigem Alkohol im Blut wird sie überlastet. Wer nun denkt, der Körper würde auch den Alkohol wieder ausschwitzen, liegt falsch. Nur zwei bis fünf Prozent des Alkohols werden über Atem, Schweiß und Urin ausgeschieden. Die Hauptarbeit muss die Leber leisten. Auch die anderen Organe werden durch das Zellgift Alkohol in Mitleidenschaft gezogen, was zu gesundheitlichen Schädigungen führen kann.

Betrunkene baden ist lebensgefährlich

Baden nach Alkoholkonsum ist gefährlich, weil Alkohol Koordination und Wahrnehmung einschränkt und die Blutgefäße weitet. Wer zu viel getrunken hat, unterschätzt Risiken und neigt zu Leichtsinn. Außerdem schränkt Alkohol die Koordinationsfähigkeit ein. Deshalb sollten Sie selbst in sicheren Gewässern nicht baden, wenn Sie Alkohol getrunken haben. Besonders abends und nachts, wenn das Wasser abkühlt, passieren viel schneller Alkoholunfälle viel schneller. Denn: Alkohol weitet die Blutgefäße und wer betrunken badet, kann selbst bei sonst unbedenklichen Wassertemperaturen einen Kälteschock erleiden, was im schlimmsten Fall zum Herzversagen führt. Selbst am Morgen nach einer durchzechten Nacht ist Vorsicht geboten, denn der Restalkohol beeinträchtigt immer noch das Reaktions- und Koordinationsvermögen.

So wird der Urlaub zur echten Erholung: acht einfache Regeln

Diese Tipps können Ihnen helfen, Ihren Alkoholkonsum auch im Sommerurlaub auf einem gesundheitlich verträglichen Level zu halten:

  • Setzen Sie Alkohol nicht als Durstlöscher ein. Sommer funktioniert fantastisch ohne Alkohol! Besser Wasser, isotonische Getränke oder verdünnte Fruchtsäfte trinken.
  • Lassen Sie sich Zeit. Stürzen Sie alkoholische Getränke nicht hinunter, sondern trinken Sie langsam.
  • Setzen Sie bei geselligen Trinkrunden öfter mal aus. Keiner wird es Ihnen übelnehmen.
  • Orientieren Sie sich an Freundinnen, Freunden oder Bekannten, die wenig oder gar keinen Alkohol trinken.
  • Eine Einladung zu einem alkoholischen Getränk müssen Sie nicht annehmen. Wenn Sie freundlich aber bestimmt ablehnen, wird das sicher akzeptiert.
  • Trinken Sie gern Longdrinks? Viele Bars bieten auch alkoholarme und – noch besser – alkoholfreie Mixgetränke an. Hochprozentigem wie Wodka oder Whisky sollten Sie in jedem Fall aus dem Weg gehen.
  • Meiden Sie Situationen, in denen absehbar zu viel Alkohol getrunken wird. Trinkspiele oder Flatrate-Partys verführen zum Rauschtrinken.
  • Auch wenn die richtige Urlaubsstimmung nicht gleich aufkommen will: Trinken Sie nie aus Frust, Langweile oder Ärger. Genießen Sie die freie Zeit, dann bessert sich bestimmt auch Ihre Laune.

Erfahren Sie mehr über die Gefahren und Folgen eines überhöhten Alkoholkonsums.

Alkohol bei Hitze– häufige Fragen und Antworten

Kritisch wird es ab etwa 28 °C – besonders bei direkter Sonneneinstrahlung, hoher Luftfeuchtigkeit oder körperlicher Aktivität. Schon geringe Mengen Alkohol können dann Kreislauf und Wärmeregulation überfordern.

Ja. Ältere Menschen haben ein geringeres Durstempfinden und einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Und sie vertragen weniger Alkohol. Im Fall von Alkohol bei Hitze steigt das Risiko für Dehydration, Kreislaufkollaps und Hitzschlag deutlich stärker als bei jüngeren Erwachsenen.

Ja. Alkoholfreies Bier ist isotonisch, kalorienärmer als klassisches Bier und liefert dem Körper wichtige Mineralstoffe. Es eignet sich damit gut als Sport- oder Sommergetränk – auch am Strand oder nach dem Wandern.

Warnzeichen sind heiße, trockene Haut, hohes Fieber, starker Kopfschmerz, Übelkeit, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen. In diesem Fall sofort in den Schatten bringen, kühlen und den Notruf 112 (in Deutschland und EU-weit) wählen.

Ja. In großer Höhe ist der Sauerstoffgehalt in der Luft geringer, dadurch spürt man die Wirkung von Alkohol schneller. Auf Langstreckenflügen und beim Bergurlaub daher besonders zurückhaltend trinken – und viel Wasser dazu.

Der Körper baut nur etwa 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde ab – unabhängig von Kaffee, Dusche oder Sport. Nach fünf Bier (2,5 l) kann der Blutalkohol noch am nächsten Vormittag über der 0,5 Promille-Grenze liegen. Der Promillerechner veranschaulicht, wie viel Alkohol Sie nach wie vielen Drinks im Blut haben. Vor Autofahrten, Bootstouren oder dem Baden immer sicher bei Null sein.