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Craving und Entzugserscheinungen

Gelassen bleiben, auch wenn Alkohol lockt

Ein intensives, oft plötzlich auftretendes Verlangen nach Alkohol heißt auch Craving. Es entsteht durch erlernte Reiz-Belohnungs-Verknüpfungen im Gehirn und sagt nichts über mangelnde Willenskraft aus. Craving ist zeitlich begrenzt und du kannst es beeinflussen!

Soforthilfe bei akutem Craving

  • Aufschieben statt nachgeben: Zögere das Verlangen 10 bis 15 Minuten bewusst hinaus. Sage dir „Ich trinke jetzt nicht, ich entscheide später“ und trinke dann ein nicht-alkoholisches Getränk oder esse etwas. Craving erreicht meist einen Höhepunkt und flacht dann wieder ab.
  • Ablenken und Reize wechseln: Körperliche Aktivitäten wie zügig gehen, Treppen steigen, Kniebeugen, Sinnesreize wie kaltes Wasser an Handgelenken, scharfes oder saures Essen sowie mentale Ablenkung in Form von Kopfrechnen, Kreuzworträtsel, Schreiben oder Musik hören können helfen. Neue Reize können den automatisierten Griff zum Alkohol unterbrechen.
  • Ort wechseln: Verlasse die Situation physisch – gehe raus, in einen anderen Raum oder mache einen kurzen Spaziergang. Vermeide dabei Orte, die stark mit Alkohol verknüpft sind. Ein Ortswechsel reduziert suchtauslösende Reize.

 

Strategien rund um Entzugs- und Nüchternheits­entscheidungen

  • Schritt für Schritt entscheiden: Lege kleine Zeiträume fest („Heute trinke ich nicht“ statt „für immer“), notiere die Gründe für die Entscheidung und halte sie griffbereit. Und rechne mit Rückschlägen – sie sind Teil des Prozesses. Abstinenz ist kein Alles-oder-Nichts-Projekt.
  • Vorbereitet sein: Entferne Alkohol aus der direkten Umgebung. Mache einen Notfallplan und überlege dir, was du bei starkem Verlangen tust und wen du kontaktieren kannst. Identifiziere Risikosituationen vorab. Vorbereitung reduziert Rückfallrisiken deutlich.
  • Unterstützung nutzen: Sprich mit vertrauten Personen, nutze Beratungsangebote – es gibt auch anonyme – und überlege, ob ärztliche oder therapeutische Begleitung infrage kommt. Entzug und Craving müssen nicht allein bewältigt werden.

Craving und Alkoholentzug – Wichtig zu wissen

Craving ist vorübergehend, auch wenn es sich anders anfühlt. Was hilft, sind Aufschieben, Ablenken, Ortswechsel, Vorbereitung und Unterstützung – nicht Alkohol. Starker körperlicher Entzug kann medizinisch gefährlich sein. Bei längerem oder hohem Alkoholkonsum sollte ein Alkoholentzug ärztlich begleitet werden. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Verantwortung, nicht von Schwäche.

 

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